Schleswig-Holsteinischer FVBremer FV

Regionalliga Nord der Herren 2013/2014: Interview mit Mansur Faqiryar

10.01.2014
"Besser wäre nur der Platz an der Sonne"

Das unglaubliche Jahr des Mansur Faqiryar (28) wurde mit einem weiteren Titel gekürt: Die Nutzer von NDR.de wählen den Torwart des VfB Oldenburg mit großem Vorsprung zum Nordsportler des Jahres – vor Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) und Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg). Mansur Faqiryar hatte nach der Südasienmeisterschaft mit Afghanistan auch in der Liga für Furore gesorgt. Mit Faqiryar im Tor legte der VfB nämlich eine unerwartet gute Serie hin und überwintert auf Platz zwei der Regionalliga Nord.

Hier zieht der Afghanische Nationaltorhüter eine Bilanz:

Wie fühlt man sich als Nordsportler des Jahres?

Das ist eine tolle Auszeichnung. Allerdings nicht nur für mich, sondern auch für den VfB Oldenburg und Afghanistan – weil das Land auf diese Weise mal wieder positive Schlagzeilen schreibt.

Das hat der VfB Oldenburg auch getan. Er gilt als Überraschungsmannschaft der Hinrunde und zählt für viele Fachleute zu den Topkandidaten auf den Titel. Ist die Meisterschaft nun das Ziel?

De facto sind wir in der Tabelle Zweiter. Besser wäre nur der Platz an der Sonne. Ich werde aber nicht so vermessen sein, die Meisterschaft als Ziel auszugeben. Für uns wäre es schon ein großer Erfolg, unsere Leistungen der Hinrunde zu bestätigen. Wir denken von Spiel zu Spiel und sind damit gut gefahren.

Wie hat Trainer Alexander Nouri aus dem Mittelfeldaspiranten ein Spitzenteam geformt?

Entscheidend für unseren Erfolg ist unser Teamgeist, der Zusammenhalt der Truppe. Dazu zählt der gesamte Kader inklusive Trainer.

Und daneben hat Alexander Nouri das Team mit seinem Enthusiasmus angesteckt?

Ich habe das Glück mit ihm arbeiten zu dürfen und sehe sein Engagement und seinen Ehrgeiz. Sie sind in der Tat ansteckend. Er hat eine eindeutige Philosophie und ist sehr detailbewusst. Viel wichtiger finde ich allerdings, dass er es Woche für Woche schafft, die richtigen Worte zu wählen, um die Ziele des Teams und den Teamgedanken immer in den Vordergrund zu stellen, dabei aber trotzdem jeden anzusprechen.

 

 Mansur Faqiryar          (Foto: VfB Oldenburg)

 

Insofern ist der VfB ein Beispiel dafür, was alles möglich ist mit dem nötigen Teamgeist?

Richtig. Ich bin davon überzeugt, dass man mit einem vorhandenen Teamgeist bessere Ergebnisse erzielen kann, als ohne.

Wo landet der VfB also in dieser Saison?

Das wird man sehen, wir können auf das bisher Geleistete stolz sein. Entscheidend wird sein, wie wir aus der Winterpause starten. Gelingt es uns, ähnliche Leistungen wie in der Hinrunde abzurufen, werden wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

 

NFV-Präsident Eugen Gehlenborg und Mansur Faqiryar

 

(Das Interview führte Stefan Freye)