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Regionalliga Nord der Herren: Wie entsteht eigentlich der Spielplan?

07.07.2017
(Foto: NFV)
(Foto: NFV)

Wann kommt denn jetzt endlich der Spielplan?

Es ist in jedem Jahr das gleiche Szenario. Vereine, Verantwortliche, Fans und Fußballinteressierte der Regionalliga Nord fiebern ungeduldig der Veröffentlichung des neuen Spielplans entgegen. Doch bevor Planungssicherheit in Form von festgezurrten Spielterminen herrscht und die ersten Auswärtsfahrten organisiert werden können, müssen diverse Fragen beantwortet werden. Was viele nämlich häufig vergessen, ist, welch großer Aufwand hinter der Erstellung eines solchen Spielplans steckt. Was muss alles beachtet werden? Welche Kriterien müssen Berücksichtigung finden? Und wie entsteht eigentlich der Spielplan der Regionalliga Nord? Um diese Fragen beantworten zu können und ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir mit dem Vorsitzenden des NFV-Spielausschusses, Jürgen Stebani, gesprochen, der sich alljährlich der Mammutaufgabe gegenübersieht, einen Spielplan zu erstellen, der allen gerecht wird.


Wie wird der Spielplan angefertigt?

Zuerst werden die Rahmendaten bestimmt, welche im am Ende des Vorjahres verabschiedeten Rahmenterminplan enthalten sind. Darin steht unter anderem, an welchem Wochenende die neue Saison startet, wann der letzte Spieltag vor der Winterpause stattfinden wird und wann die Saison endet. Nachdem die Aufstiegsrunde absolviert worden ist und die Zusammensetzung der Liga feststeht, werden bei allen Beteiligten Informationen abgefragt und gesammelt. Die Beteiligten sind in erster Linie die Vereine, die Kommunen, die Polizei und hier insbesondere die zuständige Landes-Informationsstelle Sporteinsätze (LIS) sowie ggfs. das Fernsehen. Auf Grundlage der zusammengetragenen Informationen und unter größtmöglicher Beachtung der Vorgaben und Wünsche der Vereine, wird in engem Austausch mit allen Beteiligten so zeitnah wie möglich der sogenannte „Rohspielplan“ angefertigt. Dieser gibt den Rahmen für die kommende Saison vor. Die einzelnen Spieltage und konkreten Anstoßzeiten werden jeweils nach den Staffeltagen und im Laufe der Saison präzisiert.


Wann werden die Anstoßzeiten der einzelnen Spieltage terminiert?

Die zeitgenauen Terminierungen der Spieltage erfolgen in Intervallen, meist für vier bis sechs Spieltage, in den gleichen Zeiträumen wie auch in der 1. und 2. Bundesliga sowie der 3. Liga. Sobald die Anstoßzeiten festgelegt sind, gibt es in der Regel aufgrund der erforderlichen Planungssicherheit für Vereine und Fans keine Änderungen mehr, es sei denn, Sicherheitsaspekte oder kurzfristige Anfragen von Vereinen oder TV-Partnern machen dies notwendig. Ein wesentlicher Grund, warum die termingenauen Ansetzungen erst im Laufe der Saison vollzogen werden, sind die internationalen Wettbewerbe, die Einfluss auf die Spielpläne der Profiligen und damit auch auf alle darunter liegenden Staffeln nehmen.

Welche Kriterien müssen berücksichtigt werden?

Es sind nicht nur Sicherheitsaspekte aufgrund diverser Derbys zu berücksichtigen, sondern auch die Reisewege der Fans. Ebenso zu beachten sind Parallelveranstaltungen an den Spielorten, wie zum Beispiel Schützen- oder Volksfeste, andere Sportveranstaltungen, Messen oder Konzerte. Außerdem fließen gemeinsame Nutzungen von Stadien, Feiertage und Termine internationaler Veranstaltungen mit in die Spielplanung ein. Dies lässt Wunschpaarungen an bestimmten Terminen nur ansatzweise zu und macht das Erstellen des Spielplans nicht selten zu einer komplizierten Angelegenheit. Wenn aber z.B. zwei Vereine eine Spielstätte nutzen oder ein Verein Vorgaben (der Kommune) für fünf Sperrtermine seiner Spielstätte liefert, ist es nahezu unmöglich den „Wunscherfüller“ zu spielen – auch wenn Spielplanung kein Hexenwerk, sondern schlichtweg Trivialmathematik ist.


Bundesliga first…?

Die Bundesliga beginnt erst Mitte August (18.-20. August), die 2. Bundesliga startet Ende Juli und die 3. Liga eine Woche zuvor (21.-23. Juli 2017). Die Profiligen verwenden zur Erstellung Ihrer Spielpläne leider einen eigenen, zu den Amateuren nicht kompatiblen „Schlüsselplan“. Außerdem werden Wochenspieltage „durchnummeriert“, sodass keine Verzahnung ‚nach unten‘ möglich ist. Weiterhin lässt die späte Veröffentlichung der Spielpläne der Profiligen – Bundesligen z.B. erst am 29. Juni 2017 – und damit der „Schlüsselzahlen“ der Bundesligisten eine spätere Spielplanerstellung für die Regionalliga im Hinblick auf eine geordnete logistische Vorbereitung und Abstimmung im Sinne der Vereine nicht zu. Daher ist der Rohspielplan tatsächlich schon vor dem der Bundesligen fertig. Er geht aber zur Abstimmung ausschließlich den Vereinen zu, damit untereinander Absprachen im Hinblick auf die oben genannten Faktoren getätigt werden können. Innerhalb dieses Prozesses fließen auch die dann veröffentlichten Ansetzungen der höheren Ligen mit in die Überlegungen ein. Am 10. Juli 2017 gibt es ein abschließendes Gespräch mit der LIS, bei dem auch die sogenannten Risikospiele benannt werden. Letzte Änderungen sind am Staffeltag der Regionalliga Nord am 15. Juli 2017 möglich. Erst danach ist ein verlässlicher Spielplan verfügbar, der guten Gewissens veröffentlicht werden kann und der Vorfreude auf eine neue, spannende Spielzeit bereitet.

(Text: NFV)