Schleswig-Holsteinischer FVBremer FV

Auwi Winsmann über die Ausbildung zum Sicherheitsmanager

04.10.2017
"Alle Sicherheitsbeauftragten müssen sich Qualifizierung unterziehen"
(Foto: hansepixx.de)
(Foto: hansepixx.de)

August-Wilhelm (Auwi) Winsmann ist bekannt im Norden, und das liegt zweifellos an seiner Aufgabe: Der 63-Jährige ist Vorsitzender der Sicherheitskommission des Norddeutschen Fußball-Verbandes. Nicht, dass er deshalb besonders oft in Erscheinung tritt, die Regionalliga Nord gilt ja als ruhigste Spielklasse auf dieser Ebene. Aber dank seiner großen Fachkenntnis ist „Auwi“ Winsmann nun mal ein gefragter Experte und ein wichtiger Ansprechpartner zum Thema Sicherheit.

Das dürfte allerdings auch daran liegen, dass er sich nicht ausruht auf seiner Erfahrung aus der langjährigen Verbandsarbeit und dem Polizeidienst. Für Winsmann ist noch lange kein Zeitpunkt erreicht, an dem es heißt: Mehr geht nicht. Und weil das so ist, hat er nun noch eine weitere Ausbildung abgeschlossen – und zwar als Zertifizierter Sicherheitsmanager im Fußball. „Ich entspreche zwar nicht exakt dem Profil, aber ich bin ja Sicherheitsbeauftragter eines bedeutenden Verbandes“, erklärt „Auwi“ Winsmann augenzwinkernd.

Stimmt, eigentlich ist die Ausbildung zum Sicherheitsmanager ja für die Sicherheitsbeauftragten der Profi-Vereine gedacht. Sie findet mittlerweile seit ein paar Jahren an einer der bekanntesten privaten Deutschen Hochschulen, der SRH-Hochschule in Heidelberg statt. Denn 2010 verabschiedeten der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga einen so genannten 10-Punkte-Plan für mehr Sicherheit im Fußball. Dieser beinhaltet unter anderem eine Qualifizierungs-Offensive für die Sicherheitsverantwortlichen im deutschen Profi-Fußball der 1. bis 3. Liga. Konkret bedeutet das, so Winsmann, „dass sich alle Sicherheitsbeauftragten der Profivereine dieser grundlegenden Qualifizierung unterziehen müssen, um den heutigen. umfangreichen Anforderungen in Sachen Sicherheit gerecht werden zu können!“

Deren Anforderungsprofil ist nämlich deutlich umfangreicher als es zunächst erscheint. Die Sicherheitsbeauftragten werden etwa mit zahlreichen Normen konfrontiert, müssen also einen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen ihrer Arbeit haben, und sie sollten sich daneben gut mit gruppendynamischen Prozessen auskennen. Weil ihn all diese Themen natürlich brennend interessierten, nahm August-Wilhelm Winsmann am siebten Durchgang teil.

Dass er deshalb ein Dreivierteljahr monatlich für drei Tage aus der niedersächsischen Heimat nach Heidelberg reisen musste, nahm er gern in Kauf. Seine neueste „Ausbildung“ erweitert ja nicht nur das Wissen des Sicherheitsfachmanns. Sie lässt sich auch bestens in die eigene Arbeit integrieren. „Ich nutze die Inhalte jetzt intensiv zur Schulung der Sicherheitsbeauftragten unserer Regionalliga“, sagt Winsmann. Einen Workshop zu diesem Thema hat er bereits ausgerichtet, Ende Oktober folgt die nächste, halbtägige Veranstaltung.

„Das wurde bisher gut angenommen, ich war angenehm überrascht“, sagt der NFV-Sicherheitsbeauftragte. Die Büffelei in Heidelberg hat sich also in mehrfacher Hinsicht gelohnt, und Spaß hat sie August-Wilhelm Winsmann auch gemacht. Als ältester Teilnehmer erreichte er nämlich einen Notenschnitt von 1,9 in der Abschlussprüfung. „Das kann sich sehen lassen“, sagt er lachend.

(Text: Stefan Freye)