Schleswig-Holsteinischer FVBremer FV

Präsident

Günter Distelrath

Präsident

Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes e.V.

 

Zur Person:

 
Das Amt an der Spitze des Norddeutschen Fußball-Verbandes ist die zweite präsidiale Aufgabe, die Günter Distelrath innerhalb kurzer Zeit übernimmt. Bereits im Oktober 2017 war er zum Präsidenten des Niedersächsischen Fußball-Verbandes gewählt worden.

 

Als gebürtiger Gelsenkirchener wurde ihm die Leidenschaft für den Fußball in die Wiege gelegt. Mit Fleiß, Ehrgeiz und Akribie arbeitete sich Günter Distelrath vom Industriekaufmann zum Geschäftsführer des Niedersächsischen Sparkassenverbandes hoch. Seine Zeit Anfang der 1980er Jahre in Barsinghausen bedeutete gleich in mehrfacher Hinsicht eine entscheidende Weichenstellung in seinem Leben.

 

In den Wochen nach seiner Wahl zum Präsidenten des Niedersächsichen Fußball-Verbandes hatte sich Günter Distelrath bewusst erst einmal zurückgenommen. Höflich aber bestimmt lehnte er jede Interviewanfrage ab. Der neue Präsident des NFV (Niedersächsischer Fußball-Verband) wollte erst einmal in seinem neuen Amt ankommen. Sich noch tiefer einarbeiten. So wie es seinem Charakter und seiner Mentalität entspricht. „Er ist in jeder Materie tief drin“, sagen die Mitarbeiter des Niedersächsischen Sparkassenverbandes über ihren Geschäftsführer. Noch bis zum Ende 2017 nahm Günter Distelrath diese Position wahr. Erst danach tauschte er sein Büro am Hannoveraner Schiffgraben gegen den Präsidentenstuhl im Dachgeschoss des NFV-Verwaltungsgebäudes an der Barsinghäuser Schillerstraße und setzte sich intensiv auseinander mit den Themenfeldern, die weit über jene hinausgingen, mit denen er sich als NFV-Vizepräsident Finanzen zuvor befasst hatte.

 

Der Lebensweg des seit Anfang Oktober 68-Jährigen ist geprägt von Fleiß, Ehrgeiz, Akribie und einem hohen Maß an Hingabe und Einsatzbereitschaft. Begonnen hat dieser Weg in Gelsenkirchen. Wer in der einstigen „Stadt der 1.000 Feuer“ das Licht der Welt erblickt, dem wird die Leidenschaft für den Fußball sozusagen in die Wiege gelegt. Denn Gelsenkirchen ist Schalke. Mythos pur. Auch Günter Distelrath, Sohn eines bei Krupp beschäftigen kaufmännischen Angestellten, entwickelt früh eine große Sympathie für „Königsblau“ und das runde Leder. Sein stärkerer Fuß ist der linke, so dass er bei Eintracht Gelsenkirchen in der Knabenmannschaft auf dem linken Flügel eingesetzt wird.

 

Durch den Einstieg in die Arbeitswelt tritt der aktive Sport etwas an die Seite. Mit 15 Jahren beginnt Günter Distelrath in seiner Heimatstadt eine Lehre zum Industriekaufmann. Er arbeitet in einem Textilfachgeschäft und wird von seinem Arbeitgeber gerne in der Organisation von Modenschauen eingesetzt. Nach Abschluss seiner Ausbildung bleibt er noch ein Jahr, ehe er mit 20 Jahren einen Arbeitsvertrag bei jenem Kreditinstitut unterschreibt, das sein Leben prägen wird: die Sparkasse.

 

Bei der Stadtsparkasse im benachbarten Essen legt Distelrath 1970 seine Prüfung zum Sparkassenkaufmann ab. Ein Jahr später folgt der Abschluss zum Sparkassenbetriebswirt und später der Aufstieg zum stellvertretenden Geschäftsstellenleiter. Von 1976 bis 1977 lässt er sich zum Diplom-Sparkassenbetriebswirt weiterbilden. Er ist jetzt Leiter des Vorstandssekretariats und stellvertretender Leiter der Marketingabteilung.

 

Eine Stellenausschreibung in der Sparkassenzeitung leitet den Brückenschlag nach Niedersachsen ein. Bei der Stadtsparkasse Barsinghausen bewirbt sich der inzwischen 32-Jährige als stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes. Es ist seine erste Bewerbung außerhalb der Stadtsparkasse Essen und sie ist erfolgreich. Vom Ruhrpott zieht er an den Deister, wo er sich ab 1982 im TSV Barsinghausen als stellvertretender Vorsitzender ehrenamtlich engagiert. Mit Karl Rothmund, damals Bürgermeister der Stadt und Sprecher des Förderkreises der TSV-Fußballabteilung, funkt Distelrath schnell auf einer Welle. Niemand kann zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass beide Männer Jahrzehnte später in die Geschichte des Niedersächsischen Fußballverbandes eingehen werden.

 

Auch privat bringt Barsinghausen eine entscheidende Weichenstellung mit sich. Er lernt seine zweite Frau Eike kennen, die die Kinder Doris und Volker mit in die Ehe bringt. 1985 zieht die Familie nach Salzgitter, nachdem Distelrath zur Sparkasse des Landkreises Goslar in Salzgitter-Bad gewechselt ist. Ein Jahr später wird er dort zum Vorsitzenden des Vorstandes ernannt. Erneut verschreibt er sich der freiwilligen Tätigkeit und übernimmt im ältesten Sportverein der Stadt, dem 1863 gegründeten MTV Salzgitter, Verantwortung. Als Vorsitzender prägt er den Leitsatz „Groß denken – Gutes tun!“, der bis heute zur Vereinsphilosophie zählt. 17 Jahre steht Günter Distelrath an der Spitze des MTV (aktuell rund 1.200 Mitglieder), dessen Ehrenvorsitzender er heute ist.

 

Beruflich erfolgt 2001 die letzte Veränderung: Im Februar übernimmt der gebürtige Gelsenkirchener die Geschäftsführung des Sparkassenverbandes Niedersachsen (SVN). Die Belegschaft lernt einen Mann kennen, bei dem die tägliche Arbeitszeit um 7 Uhr beginnt und nicht selten um 23 Uhr endet. Er ist ein Malocher, wie man in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen sagen würde. Und er ist ein Mäusefänger, wie es eine langjährige Mitarbeiterin formuliert. Damit hebt sie seine Fähigkeit hervor, Menschen für sich zu gewinnen bzw. hinter sich zu bringen.

 

Als Verbandsgeschäftsführer des SVN hat Günter Distelrath den Sport zwischen Harz und Nordsee auf vielfältige Art und Weise unterstützt. Für die Entstehung und den Betrieb des LOTTO-Sportinternates setzte er sich ebenso ein wie für die Beteiligung breiter Bevölkerungsgruppen am Deutschen Sportabzeichen oder die direkte persönliche Förderung niedersächsischer Nachwuchsathleten. „Sie sind eine große Persönlichkeit im Sport in Niedersachsen“, sagte LSB-Präsident Professor Dr. Wolf-Rüdiger Umbach Ende September, als er Günter Distelrath mit der Ehrengabe des LandesSportBundes Niedersachsen auszeichnete.

 

Eine Persönlichkeit, deren Wirken seit 2008 auch dem Niedersächsischen Fußballverband gilt. Zunächst als Vorsitzender der Zulassungskommission für die Oberliga Niedersachsen, dann als Vizepräsident Finanzen (2011) und schließlich seit dem 21. Oktober 2017 als Präsident. Mit der Wahl zum Präsidenten des Norddeutschen Fußball-Verbandes im Juni 2018 in Bad Malente erstreckt sich das neue Tätigkeitsfeld über den gesamten norddeutschen Raum.

 

Autor / Quelle: Manfred Finger