Schleswig-Holsteinischer FVBremer FV

Regionalliga Nord der Herren 2015/2016: Vorschau 1. Spieltag

23.07.2015
Drei, zwei, eins – los!

Endlich rollt wieder der Ball. Mit acht Partien startet die Regionalliga am Wochenende in die Spielzeit 2015/2016. Mit dabei die drei Neuen aus Drochtersen/Assel, Hildesheim und Kiel sowie der Topfavorit VfL Wolfsburg II um seinen neuen, alten Trainer Valérien Ismaël. Noch etwas warten müssen dagegen der VfB Lübeck und Hannover 96 II, deren Duell auf den 23. September verlegt werden musste.

 

TSV Schilksee – Eintracht Norderstedt (Fr., 19 Uhr)

Premiere satt: Beim Eröffnungsspiel in Kiel wird nicht nur die neue Saison eingeläutet, auch der Gastgeber tritt zum ersten Mal in der Regionalliga Nord an, zudem steht das erste Punktspiel zwischen dem TSV Schilksee und Eintracht Norderstedt auf dem Programm. Dabei weiß man beim Aufsteiger durchaus, dass es in den kommenden Monaten um den Klassenerhalt gehen wird. „Wir wollen uns aber nicht mit dem olympischen Gedanken zufriedengeben. Unser Ziel ist es, am Ende der Saison über dem Strich zu stehen“, sagt TSV-Coach Thorsten Gutzeit. Der Gast aus Norderstedt, immerhin Tabellensechster der Vorsaison, tritt mit einer ähnlichen Zielsetzung an. Eintracht-Trainer Thomas Seeliger: „Für uns gilt es auch in der dritten Viertliga-Spielzeit, die 40 Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Alles, was wir darüber hinaus erreichen, nehmen wir gerne mit.“

VfL Wolfsburg II – SpVgg Drochtersen/Assel (Sa., 14 Uhr)

Der Aufsteiger, Meister der vergangenen Saison in der Oberliga Niedersachsen, hätte es leichter treffen können zum Auftakt: In Wolfsburg trifft die Spielvereinigung auf den aktuellen Vizemeister, und weil Titelgewinner Werder Bremen II die Spielklasse in Richtung 3. Liga verlassen hat, gibt es zumindest von der Papierform her keine größere Herausforderung. Das sehen auch die Trainer der Regionalliga Nord so. In einer Umfrage machten die Übungsleiter im Reserveteam des VfL den Topfavoriten der kommenden Spielzeit aus. Auch Enrico Maaßen war dieser Ansicht. „Der VfL Wolfsburg hat wahnsinnige Möglichkeiten, er wird wie in den Jahren zuvor ganz oben mitspielen“, meinte der Trainer der SpVgg Drochtersen/Assel. Die eigenen Möglichkeiten schätzte Maaßen naturgemäß bescheidener ein: „In unserer Mannschaft bringt außer unseren Neuzugängen kaum ein Spieler Regionalliga-Erfahrung mit. Da wäre es vermessen, mehr als den Klassenverbleib als Ziel auszugeben. Dennoch schätze ich unsere Mannschaft stark genug ein, um die Aufgabe zu bewältigen.“ Sein gegenüber Valerién Ismaël will sich dagegen nicht fügen in die Rolle des Topfavoriten. „Für uns wird die Saison ganz bestimmt kein Selbstläufer, und der Aufstieg ist für uns kein Muss, sondern eher ein Wunsch“, sagt der Trainer, der nach einjähriger Auszeit nun wieder von Thomas Brdaric übernahm.

Goslarer SC – Hamburger SV II (Sa., 14 Uhr)

Mit dem 15. Platz schloss der GSC die vergangene Saison ab. Geht es nach Neutrainer Sven Thoß, soll die Rettung in dieser Saison früher perfekt gemacht werden. „Wir wollen den Klassenverbleib nach Möglichkeit nicht erst am letzten Spieltag sichern“, sagt der Trainer. Ob seiner Mannschaft gleich ein Auftakterfolg gelingt? Mit dem HSV II ist immerhin der Tabellendritte der Vorsaison zu Gast. Zudem bringen die Hamburger den Erfolgstrainer der vergangenen Spielzeit mit: Unter Joe Zinnbauer war das Team in der Vorsaison monatelang ungeschlagen geblieben. Dann verabschiedete sich der Trainer, um die eigenen Profis in der Bundesliga zu betreuen, während die Reserve das Niveau nicht halten konnte. Nun kehrt Zinnbauer auf seinen alten Posten zurück, und nicht wenige Experten trauen der Mannschaft erneute Großtaten zu. Immerhin sechs Trainer sehen im HSV II einen Titelfavoriten. Der Hamburger Trainer selbst gibt einen „einstelligen Tabellenplatz“ als Ziel aus. Er findet: „Der Reserve des VfL Wolfsburg wird der Titel in dieser Saison nur schwer zu nehmen sein.“

BSV „Schwarz-Weiß“ Rehden – TSV Havelse (Sa., 15 Uhr)

Als Tabellenvierter zählte der TSV Havelse in der vergangenen Saison zu den härtesten Verfolgern der drei Nachwuchsteams an der Spitze. Trotzdem gibt sich Trainer Stefan Gehrke, „Aufsteiger“ aus der eigenen U19, bescheiden: „Für uns geht es in der kommenden Saison darum, die 40 Punkte gegen den Abstieg einzufahren.“ Etwas ambitionierter geht sein gegenüber Alexander Kiene ins Rennen. „Unser Ziel ist es, einen einstelligen Rang zu erreichen. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie die Qualität für die obere Tabellenregion besitzt“, betont der Trainer des BSV. Der hatte die Saison zwar „nur“ auf Platz elf beendet, allerdings mit einer imposanten Rückrunde auf sich aufmerksam gemacht. Weshalb Rehden nun immerhin zwei Mal als Mitfavorit auf den Titel genannt wurde.

BV Cloppenburg – ETSV Weiche Flensburg (So., 14 Uhr)

Die vergangene Punktspielserie endete für den BV Cloppenburg mit Platz 16, was eigentlich den Abstieg zur Folge gehabt hätte. Erst der Aufstieg von Werder Bremen II in die dritte Liga sicherte den Niedersachsen ihrem Platz in der Regionalliga Nord. Das Saisonziel von Neutrainer Uwe Groothuis ist also nur zu verständlich: „In erster Linie wollen wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Er weiß auch, wie sich seine Mannschaft diesmal aus dem Tabellenkeller heraushalten könnte. „Wir müssen von Beginn an jedes Spiel so angehen, als wäre es ein Finale“, so Groothuis. Mit Weiche Flensburg kommt nun gleich ein echter Prüfstein. Der Gast aus Schleswig Holstein belegte nicht nur Platz fünf in der Vorsaison, er zählt diesmal sogar zu den Geheimfavoriten. Flensburgs Trainer Daniel Jurgeleit geht denn auch selbstbewusst in die neue Spielzeit: „Nach einem siebten, einem sechsten und einem fünften Rang wollen wir uns auch in dieser Saison möglichst wieder tabellarisch verbessern. Als Amateurverein sind aber noch nicht so weit, ganz oben anzugreifen.“

VfV Borussia 06 Hildesheim – FC St. Pauli II (So., 15 Uhr)

Auch beim dritten Neuling in Hildesheim macht man sich bei aller Aufstiegseuphorie keine Illusionen über die Aussichten in der Regionalliga Nord. „Für uns beginnt schon mit dem ersten Spieltag der Abstiegskampf. Als Neuling haben wir es sehr schwer“, betont Jürgen Stoffregen. Sein gegenüber Remigius Elert steht vor einer anderen, nicht leichteren Aufgabe. „Mit zwölf neuen Spielern müssen wir auch in dieser Saison einen Umbruch in die Wege leiten“, sagt der Hamburger Trainer. Seine Prognose: „Sollten wir den neunten Rang aus der vergangenen Saison wiederholen, dann wäre das ein großer Erfolg für uns.“

Lüneburger SK Hansa – SV Meppen (So., 15 Uhr)

Der Zwölfte des Vorjahres empfängt den Achten – und doch gehen beide Teams mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ans Werk. Während der LSK sich im Vorjahr dank eines Schlussspurts aus der Abstiegszone befreite, musste Meppen sich nach und nach von der Spitze verabschieden. Dorthin soll es nach Meinung der Regionalligatrainer nun allerdings zurückgehen. Immerhin neun dieser Experten zählen den SVM zum Kreis der Titelfavoriten. Ganz so weit ist dessen Trainer Christian Neidhart nicht: „Nachdem wir unseren Kader komplettiert haben, werden wir intern auch über Ziele sprechen. Fest steht aber, dass wir einen Platz im oberen Tabellendrittel erreichen wollen.“ In Lüneburg ist der Abstiegskampf hingegen noch gegenwärtig. „Insgesamt ist die Liga in diesem Jahr noch ausgeglichener. Für uns wird es schwierig, die 43 Punkte aus der Vorsaison zu wiederholen. Ich rechne mit dem Abstiegskampf bis zum Schluss“, meint LSK-Trainer Elard Ostermann.

VfB Oldenburg – Eintracht Braunschweig II (So., 15 Uhr)

Es ist noch nicht lange her, da liebäugelte der VfB Oldenburg mit dem Aufstieg in die dritte Liga. Die ganz großen Ambitionen sind nach einer phasenweise recht schwierigen Saison allerdings einer gewissen Bescheidenheit gewichen. „Wir müssen zusehen, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Mit dem zehnten Platz aus der Vorsaison haben wir die Messlatte sehr hoch gesteckt“, betont VfB-Trainer Predrag Uzelac vor dem Saisonstart. Der sieht ein Duell mit dem 13. der vergangenen Saison vor. Bei der Eintracht ist man sich der eigentlichen Aufgabe einer Reservemannschaft durchaus bewusst. „Wir wollen unsere jungen Spieler bestmöglich ausbilden“, sagt Braunschweigs Trainer Henning Bürger. Als Saisonziel gibt er den Klassenerhalt aus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

(Text: Stefan Freye)