Schleswig-Holsteinischer FVBremer FV

Regionalliga Nord der Herren 2015/2016: Thorsten Tönnies im Interview

16.10.2015
"Ich fühle mich in Oldenburg pudelwohl"
(Foto: hansepixx.de)
(Foto: hansepixx.de)

Der VfB Oldenburg steht an der Spitze der Tabelle der Regionalliga Nord der Herren. Auch sonst ist der Verein gerade in aller Munde. Unlängst wurde die Fan-Initiative „VfB für alle“ mit dem 2. Platz des Julius Hirsch Preises 2015 ausgezeichnet. Die nicht ganz geräuschlose Trennung von Trainer und Co-Trainer sowie ein Zuschauerzuspruch, den es im Marschwegstadion schon länger nicht mehr gegeben hat, rücken den Traditionsverein der Universitätsstadt in den Fokus des Betrachters.

Am Sonntag kommt es zum Spitzenspiel beim Zweitplatzierten Weiche Flensburg. Mit einem Sieg könnten sich die Jungs von Dietmar Hirsch in der Tabelle ein wenig absetzen. Gewännen die Schleswig-Holsteiner, hätte die Liga einen neuen Spitzenreiter. Gut drauf sind beide Teams, mit zuletzt jeweils sieben Siegen, weiß noch kaum einer der Spieler, wie sich eine Niederlage anfühlt. Das Duell Erster gegen Zweiter ist zugleich auch das Aufeinandertreffen der beiden Top-Torjäger der Liga. Tim Wulff (Flensburg, 10 Treffer) und Kifuta Kiala Makangu (Oldenburg, 9) sind zurzeit das Maß aller Dinge und mit ihren Treffern sicherlich nicht ganz unschuldig am Höhenflug ihrer Mannschaften.
Wir haben mit dem Kapitän des VfB, Thorsten Tönnies (24) gesprochen:

Herr Tönnies, in der Regionalliga Nord sind 12 Spieltage absolviert. Der VfB Oldenburg belegt mit 31 Punkten den ersten Tabellenplatz. Hätte Ihnen das vor einem halben Jahr jemand erzählt, dann…

Hätte ich das sofort unterschrieben!

Was sind die Gründe für diesen, zu mindestens für Außenstehende, überraschenden Erfolg?

Wir Spieler haben uns sehr schnell als Team gefunden! Vor allem kämpferisch und leidenschaftlich überzeugen wir, aber auch der Spielfluss und das Kurzpassspiel kommen nicht zu kurz

Der Verein hat sich vor wenigen Wochen von Trainer und Co-Trainer getrennt. Wie hat die Mannschaft das weggesteckt und was hat sich dadurch verändert?

Die Mannschaft hat den Schock gut verarbeitet und konzentriert sich jetzt auf jedes kommende Spiel, um gemeinsam siegreich zu bleiben.

Leidenschaft und Verantwortung - Thorsten Tönnies, Kapitän des VfB Oldenburg (Foto: Fabian Speckmann)

 

In der Region in und um Oldenburg lechzen die Menschen nach höherklassigem Fußball. Ist dieser Wunsch überhaupt realistisch und wenn ja, ab wann?

Wir sind zurzeit Erster und das nicht unverdient! Natürlich wollen wir da oben bleiben!
Was allerdings am Ende der Saison dabei herausspringt, werden wir sehen. Ein möglicher Aufstieg ist noch ganz weit weg. Man darf nicht vergessen, dass der Meister noch eine Relegation spielen muss und außerdem gibt es auch viele Auflagen, etwa das Stadion betreffend. Aber das ist zurzeit gar nicht unser Thema. Ich kann es nur wiederholen, wir wollen jedes Spiel gewinnen.

Mit Weiche Flensburg sitzt Ihnen ein Team im Nacken, von dem man eine derart gute Platzierung auch nicht unbedingt erwartet hätte. Ist das für Sie auch mittelfristig der größte Konkurrent um einen Platz in der Spitzengruppe der Regionalliga?

Ich sehe mit Flensburg und Wolfsburg die größte Konkurrenz, wenn es darum geht, wer am Ende ganz oben stehen wird. Allerdings ist Wolfsburg meiner Meinung nach schon noch ernster einzustufen als Flensburg, da sie dort einfach viel mehr investieren können. Flensburg ist sportlich richtig gut, aber auch dort sind die Rahmenbedingungen noch nicht drittligareif.

Sie haben in der vergangenen Saison aufgrund einer schweren Knieverletzung lange pausieren müssen, hat das den Fußballer Tönnies verändert?

Die Verletzung an sich hat mich ein halbes Jahr der letzten Saison gekostet, allerdings mich als Fußballer nicht zurückgeworfen. Ich fühle mich top fit und habe keine Beschwerden in meinem Knie.

Sie sind seit mehr als drei Jahren beim VfB Oldenburg, sind Mannschaftskapitän und können noch vor Weihnachten Ihr 100. Spiel für den VfB absolvieren. Was macht diesen Verein so besonders?

Ich spiele sehr gerne für den VfB und fühle mich in Oldenburg pudelwohl! Ich will jedes Spiel auf dem Platz stehen und natürlich auch gewinnen. Dass ich vor Weihnachten mein 100. Spiel machen kann, ist natürlich ein schönes Weihnachtsgeschenk, welches ich gerne annehme

Sie haben drei Wünsche frei…

1. Gesundheit
2. Gesundheit
3. Eine Million Wünsche

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg auf und neben dem Fußballplatz.

 

(Interview: NFV)