Schleswig-Holsteinischer FVBremer FV

Abschied nach 12 Jahren: Rothmund verzichtet auf erneute Kandidatur

09.07.2018
Ernennung zum Ehrenmitglied auf NFV-Verbandstag
(Foto: Agentur 54 Grad)
(Foto: Agentur 54 Grad)

Man kann sich gut vorstellen, dass er nicht gern aufhört. Das Ehrenamt und Karl Rothmund galten für Jahrzehnte schließlich als feste Einheit. Der mittlerweile 74-Jährige war Lokalpolitiker (1972 – 1990), ehrenamtlicher Bürgermeister in Barsinghausen (1979 – 1990), er war Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (2005 - 2017), DFB-Vizepräsident (2007 – 2013) und schließlich Vizepräsident des Norddeutschen Fußballverbandes (2006 – 2018) – bis zum Verbandstag am 9. Juni 2018, um genau zu sein.

Man kann sich also vorstellen, dass er sein letztes Amt mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet. Aber das stimmt so nicht. „Ich gehe nur mit einem lachenden Auge“, sagt Karl Rothmund – und lacht. Es ist ja auch nicht so, dass er zukünftig gar nichts mehr zu tun hat. Die Expertise des Mannes, der einst auch Geschäftsführer des Niedersächsischen Fußball-Verbandes war (1990 – 2005), wird gefragt sein. Da macht er sich keine Sorgen, schließlich ist der passionierte Tennisspieler nach wie vor ja auch auf dem Court gefragt. Dass er zukünftig tatsächlich das „Leben eines Rentners“ (O-Ton: Karl Rothmund) führen wird, ist deshalb nicht zu erwarten. „Doch ich bin froh, keine Verpflichtungen dieser Art mehr zu haben“, sagt der Ehrenbürger Barsinghausens.

Er geht also recht unbeschwert, dieser Karl Rothmund. Das dürfte damit zu tun haben, dass es gut gelaufen ist in den letzten Jahren. „Wir haben in dieser Zeit als Team unter den Präsidenten Dieter Jerzewski und Eugen Gehlenborg eine Menge erreicht“, sagt der ehemalige Schatzmeister des NFV. Die Konsolidierung des Regionalverbandes wäre noch eine relativ leichte Aufgabe gewesen. Etwas mehr Engagement habe für die zukünftige Ausrichtung des NFV aufgebracht werden müssen. „Es ging immer auch um eine Strategie, wie sich der Verband auszurichten hat“, betont Karl Rothmund. Diese Aufgabe habe das Präsidium schließlich „als Gemeinschaft“ bewältigt.

Sie stellt sich nach Ansicht des scheidenden Vizepräsidenten aber regelmäßig auf Neue: „Der NFV wird auch weiterhin vor Herausforderungen stehen.“ Es ist ja auch kein Geheimnis, dass nicht alle Vereine der Regionalliga Nord finanziell auf Rosen gebettet sind. Zudem werden sie zukünftig noch ein bisschen mehr gefordert sein in Fragen der Gemeinnützigkeit und ihrer steuerlichen Veranlagung. Da sich der NFV als Dienstleister versteht, wird er den Klubs auch in diesen Fragen zur Seite stehen. Aber ohne Karl Rothmund, dem Schatzmeister, der mit einem lachenden Auge ging.

 

(Text: Stefan Freye)