Schleswig-Holsteinischer FVBremer FV

Regionalliga Nord der Herren 2018/2019: Vorschau 19. Spieltag

15.11.2018
Weichenstellung
(Foto: hansepixx.de)
(Foto: hansepixx.de)

Der 19. ist natürlich nur einer von 34. Spieltag der Regionalliga Nord. Trotzdem könnten in dieser Runde einige Weichen gestellt werden. So stellt sich durchaus die Frage, ob die Verfolger vom VfL Wolfsburg Schritt halten können. Der Spitzenreiter steht beim VfL Oldenburg jedenfalls vor einer vermeintlich leichten Aufgabe. Im Tabellenkeller droht dagegen gleich einigen Mannschaften der Verlust des Anschlusses. Ein ganz normaler Spieltag sieht wohl anders aus.

Germania Egestorf-Langreder – TSV Havelse (Fr., 19 Uhr)

Das Flutlicht geht an im Stadion an der Ammerke, und der Spieltag wird mit einem Derby eröffnet. Dabei treffen Nachbarn aufeinander, deren Saison nicht unbedingt optimal verlaufen ist: Die Germania ist Zwölfter (22 Punkte), der TSV belegt Relegationsrang 15 (19). Allerdings vermochten die letzten Auftritte dieser Teams durchaus zu überzeugen. Denn während der Gastgeber nach wochenlanger Erfolglosigkeit auf fremden Platz die Partien in Norderstedt (4:0) und beim HSV (2:1) gewann, sammelte Havelse aus den Spielen gegen St. Pauli (2:1) und 96 (1:1) immerhin vier Punkte. Im Derby stehen sich also zwei formstarke Mannschaften gegenüber.

BSV Rehden – Hamburger SV II (Fr. 19 Uhr)

Auch die Waldsportstätten werden in gleißendes Licht getaucht am Freitagabend, verbunden mit der bangen Frage: Kann der BSV seinen Negativtrend stoppen? Dabei geschah durchaus Verwunderliches in den vergangenen Wochen. Denn gegen die Spitzenteams aus Bremen (1:3) und Wolfsburg (0:2) vermochte der Gastgeber ganz gut mitzuhalten. Zuletzt setzte es allerdings eine 1:5-Niederlage in Norderstedt. Wenn sich der 16. also nur am Gegner steigert, droht nun eine durchwachsene Leistung. Der HSV (13.) gewann lediglich eines der vergangenen sieben Spiele (1-3-3). Er sucht derzeit selbst nach der Erfolgsspur.

Hannover 96 II – Lüneburger SK Hansa (Sa., 13 Uhr)

Ein umstrittener Handelfmeter und zwei Platzverweise – das 1:1 in Havelse verlangte 96 eine Menge ab. Aber es unterstrich auch die Moral des Teams. "Das Auftreten der Mannschaft war top", meinte 96-Coach Christoph Dabrowski – er könne „gut leben“ mit dem einen Zähler. Gegen den LSK würden der Gastgeber (8.) nach drei sieglosen Spielen nun trotzdem gerne wieder gewinnen. Der Gast aus Lüneburg allerdings auch. Schließlich wurde der LSK durch den souveränen 3:0-Erfolg über St. Pauli auf den elften Rang geführt. Er könnte mit einem Auswärtssieg sogar an 96 vorbeiziehen.

Holstein Kiel II – VfB Lübeck (Sa., 14 Uhr)

Es ist noch nicht so lange her, da schien dieses Duell undenkbar. Noch vor wenigen Jahren hatte sich nämlich die 1. Mannschaft der Kieler spannende Regionalliga-Derbys mit dem VfB aus Lübeck geliefert. Mittlerweile tritt Holstein I in der 2. Bundesliga an, und nun sorgt eben die Reserve für Furore. Der Aufsteiger belegt den vierten Rang, und weil die Lübecker als Zweiter anreisen, findet ein Spitzenspiel statt – das der VfB nicht verlieren sollte. Schließlich hatte bereits das überraschende 1:5 beim VfB in Oldenburg den Abstand zum Wolfsburger Spitzenreiter vergrößert.

SV Werder Bremen II – Eintracht Norderstedt (Sa., 14 Uhr)

Hinter diesen Teams liegen ganz unterschiedliche Erfahrungen. Die ausgesprochen späte 1:2-Niederlage in Wolfsburg empfand schließlich nicht nur Werder-Coach Sven Hübscher als „bitter“. Er empfahl seiner Mannschaft danach aber auch, „sauer auf uns selbst“ zu sein. Die Zeit der Selbstkritik ist jetzt aber längst zu Ende. Die Konzentration der Bremer (5.) gilt nun der Eintracht (10.). Einer Mannschaft, die zuletzt eine sehr gute Erfahrung gemacht hatte. Nach zwei klaren Heimniederlagen gelang ja ein deutlicher 5:1-Erfolg über den BSV Rehden.

SSV Jeddeloh – VfB Oldenburg (Sa., 16 Uhr)

Nach der 2:4-Niederlage in Flensburg und dem Fall auf Rang 14 reagierten die Verantwortlichen in Jeddeloh: Trainer Key Riebau musste gehen. „Wir sehen mehr Potenzial in der Mannschaft, als es der Tabellenstand zurzeit aussagt“, so Ansgar Schnabel, der Sportliche Leiter. Er verspricht sich „neue Impulse“ durch einen Trainerwechsel. Dabei steht der Nachfolger Riebaus noch nicht fest. Im Derby gegen Oldenburg wird Schnabel selbst auf der Bank sitzen. Vielleicht tritt aber schon auf diese Weise eine neue, motivierende Situation ein. Der VfB (9.) gewann zuletzt zwar mit 5:1 gegen Lübeck und kassierte nur eine Niederlage aus den letzten elf Partien. Er dürfte angesichts des Personalwechsels beim Gegner jedoch gewarnt sein.

U.L.M. Wolfsburg – SC Weiche Flensburg (So., 14 Uhr)

Der Vorletzte tritt sicher nicht als Favorit zum Heimspiel an. Er vermochte beim 2:2 in Drochtersen aber einen unerwarteten Punkt zu gewinnen. Aber reicht es auch gegen Weiche? Der Gast (3.) zählt derzeit zu den stärksten Mannschaften der Liga. Er ist nun auch seit sechs Spielen ohne Niederlage (5-1-0). Und wer weiß, ob der amtierenden Meister am Ende nicht auch in dieser Saison ein Wörtchen bei der Vergabe des Titels mitsprechen wird. Zwar werden die Flensburger bereits durch elf Punkte vom Spitzenreiter getrennt. Aber mit einer langen Serie könnte noch etwas drin sein.

FC St. Pauli II – SpVgg Drochtersen/Assel (So., 14 Uhr)

So richtig gut lief es zuletzt für beide Teams nicht. Der Gastgeber kassierte eine 0:3-Niederlage in Lüneburg, und die Spielvereinigung kam nicht über ein 2:2 gegen Lupo Martini hinaus. Im Spiel des Siebten gegen den Sechsten geht es nun nicht nur um drei Punkte, es geht darum, wer den Anschluss an die Spitzengruppe halten kann und wer sich einstweilen ins Mittelfeld verabschiedet.

VfL Oldenburg – VfL Wolfsburg II (So., 14 Uhr)

Wie soll der VfL das machen? Zwar benötigt das Schlusslicht nun dringend Punkte, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht zu verlieren. Der Spitzenreiter aus Wolfsburg erscheint aber wirklich nicht der richtige Gegner für einen Achtungserfolg. Seit 15 Spielen ist der Gast jetzt ungeschlagen, er feierte zuletzt sechs Siege in Folge. Keine Frage: Die Wölfe treten als klarer Favorit an.

 

(Text: Stefan Freye)