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„Der Fußball ist in diesen Zeiten immer noch Luxus"

Michael Weiner über die Arbeit im NFV-Schiedsrichterausschuss

(Foto: hansepixx.de)

Es hat sich etwas verändert in den vergangenen Wochen. „Mittlerweile hat man die Lebensgestaltung der Situation angepasst, und wir stehen jetzt vor Entscheidungen“, sagt Michael Weiner. Das Leben in der Corona-Krise ist noch immer weit entfernt davon, was vor wenigen Wochen als normal galt. Aber die Menschen arrangieren sich immer mehr mit der Pandemie. Auch Michael Weiner. Zudem gibt angesichts der ersten Lockerungen auch wieder mehr Hoffnung. Eines steht für den Vorsitzenden des NFV-Schiedsrichterausschusses aber außer Frage: „Der Fußball ist in diesen Zeiten immer noch Luxus und eine Zugabe.“

Es gibt zahlreiche Lebensbereiche, die gerade wichtiger sind. Da fällt es vielen Menschen nicht immer leicht, sich mit dem Fußball zu beschäftigen. Trotzdem muss es weitergehen. Denn irgendwann wird der Sport wieder eine deutlich größere Bedeutung haben als in diesen Tagen. „Wir müssen aufgestellt sein und angemessen auf die Entwicklung reagieren können“, betont Michael Weiner. Erst vor wenigen Tagen hat sich der Schiedsrichterausschuss deshalb in einer ausgedehnten Videokonferenz mit der Zukunft beschäftigt.

Dabei wurde die Besetzung des Gremiums leicht modifiziert: Norbert Richter (Schleswig-Holstein) ist durch seine Funktion als Vorsitzender in Schleswig-Holstein nun festes Mitglied im Ausschuss. Der Schwerpunkt seiner Aufgabe liegt im Coaching. Daneben verbleibt Holger Wohlers (Schleswig-Holstein) bis zum nächsten Verbandstag des NFV als beratendes Mitglied im Gremiums. Schließlich übernimmt Bernd Domurat (Niedersachsen) den Bereich Beobachtung/Auswertung alleinverantwortlich, während Corinna Hedt (Niedersachsen/Frauen), Christian Soltow (Hamburg/Jugend) und Torsten Rischbode (Bremen/Herren) ihre Aufgabenfelder auch zukünftig betreuen werden. 

Neben der veränderten Aufgabenverteilung ging es auch um den eigentlichen Gegenstand des Schiedsrichterausschusses: Die 34 Unparteiischen der Regionalliga Nord sowie die Referees der anderen Ligen im Norden. Ein leistungsstarker Kader fällt schließlich nicht vom Himmel. Er erfordert einen regen Austausch und eine genaue Beobachtung – auch wenn der Ball gerade mal nicht rollt. Dabei hatte Michael Weiner bei seinem Amtsantritt vor rund fünf Jahren allerdings eine alte Regel außer Kraft gesetzt: „Es gibt bei uns keinen Zwangsabstieg mehr.“

Angesichts eines Bewertungssystem besteht zwar ein Ranking der Unparteiischen. Aber die letztplatzierten Schiedsrichter einfach in den eigenen Landesverband zurückzusetzen, hielt Weiner für ungerecht und wenig zielführend. „Zum einen ist das Leistungsspektrum so eng, und zum anderen sind die Bewertungen der aktuellen Saison immer nur ein Parameter von vielen“, betont der Ausschussvorsitzende. Es ginge bei der Beurteilung eines Schiedsrichters auch um die Leistungen der vergangenen Jahre, die Ergebnisse der Leistungsprüfungen, die theoretische Ausbildung und dessen Perspektive.

Gerade dem letzten Punkt kommt dabei eine große Bedeutung zu. „Es geht auch um die Frage, wer in drei, vier Jahren in der Bundesliga antreten könnte“, sagt Michael Weiner. Dabei meint er nicht nur das Alter und das Talent des Unparteiischen. Sondern auch dessen Bereitschaft, den herausfordernden Weg in die Spitzenligen auf sich zu nehmen. Man kann sich vorstellen, dass unter diesen Umständen regelmäßig zahlreiche Namen diskutiert werden im Schiedsrichterausschuss. 

Dabei ist Weiner ziemlich stolz auf die Arbeitsweise „seines“ Gremiums. „Es wurde noch nie eine Entscheidung mit einer Gegenstimme getroffen.“ Man tauscht sich so lange aus, bis ein Konsens besteht. Dabei hilft es den Beteiligten natürlich sehr, dass sie ihre eigenen Interessen hinter der inhaltlichen Aufgabe zurückstellen. Denn obwohl jeder Landesverband ein fixes Kontingent besitzt, schöpft er dies nicht notwendigerweise aus. Weiner: „Da tritt ein Landesverband gern mal zurück, wenn ein anderer Landesverband ein Talent hat und alle finden, dass es dem gesamten Norden weiterhilft. Wir kennen alle unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter über Jahre - das ist das Erfolgsgeheimnis unseres Zusammenwirkens.“

In der letzten Telefonkonferenz wurde zwar noch nicht Alles im Detail besprochen. Aber es deutete sich einmal mehr an, dass die engagierte Arbeit auch zur kommenden Saison wieder in einem gut besetzten Kader münden wird. Den Aufgaben des Schiedsrichterausschuss‘ vermochte Corona also nichts anzuhaben. Das ist eine gute Nachricht.
 


(Text: Stefan Freye)

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