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„Ein ganz normaler Generationswechsel“

Dirk Fischer sagt nach 14 Jahren "Tschüss"

(Foto: Christian Okun)

Es war eine lange Zeit. Rund 14 Jahre gehörte Dirk Fischer dem Präsidium des Norddeutschen Fußball-Verbandes an, bevor er vor wenigen Tagen und im Rahmen des 46. Verbandstages auf eine erneute Kandidatur als Vizepräsident verzichtete. „Ein ganz normaler Generationswechsel“, sagt der 77-Jährige. Er wird sein Amt als Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes auf dessen Verbandstag am 29. Oktober ebenfalls zur Verfügung stellen. „Obwohl wir in Hamburg keine Altersgrenze haben und ich dort auch als 82-Jähriger noch rumhüpfen könnte“, sagt Fischer lachend. Man ahnt es: Sein Handeln wurde immer von Konsequenz begleitet. Und das galt nicht nur für das Wirken als Fußballfunktionär.

Denn eine lange Zeit verbrachte Dirk Fischer auch in der Politik. Seit 1972 Mitglied im Landesvorstand der CDU, wurde er 1992 ihr Vorsitzender. Es folgten insgesamt stolze 48 Jahre als Parlamentarier, davon allein 37 im Deutschen Bundestag. Diese bemerkenswerte politische Karriere verlief parallel zur Laufbahn im Fußball. Einer aktiven Zeit von den C-Junioren bis zu den Herren bei Strand 08 sowie der erstaunlichen Anzahl von 528 Einsätzen für den FC Bundestag schlossen sich zahlreiche Verbandsämter an. So übernahm Dirk Fischer die Führung des HFV bereits 2007, beim DFB in Frankfurt war er lange in der Kommission für Steuern und Finanzen tätig und gehört noch heute dem Vorstand an. 

Daneben gelang Dirk Fischer, was wohl nur wenigen Menschen zuteil wurde. Er war bei drei der vier deutschen WM-Triumphe live vor Ort im Stadion: In München, als Gerd Müller 1974 aus der Drehung zum 2:1 traf, sah 1990 in Rom, wie Andreas Brehme vom Elfmeterpunkt erfolgreich war und erlebte 2014, wie Mario Götze die Hereingabe von André Schürrle in Rio verwertete.

Nun neigt sich die Zeit auf höchster Ebene des Funktionärs-Wesens einem Ende zu. „Es war eine schöne Zeit mit einer guten und fruchtbaren Zusammenarbeit“, sagt Dirk Fischer zu den 14 Jahren im Präsidium des NFV. Man habe sich dabei stets auch für die norddeutschen Interessen beim DFB eingesetzt – und das in der Regel durchaus erfolgreich. Zudem kann sich der scheidende Vizepräsident nicht an Streitigkeiten im höchsten Verbandsgremium erinnern. „Und wenn es mal unterschiedliche Auffassungen gab, dann haben wir in vernünftiger Weise einen Kompromiss erreicht“, sagt Dirk Fischer. Keine Frage: Er geht mit einem guten Gefühl.
 


(Text: Stefan Freye)

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