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Es geht um den Faktor Zeit

Walter Fricke zur aktuellen Lage im Juniorenbereich

(Foto: Sportfoto Gettschat)

Die Corona-Krise hält das Land in Atem, und deshalb wird regelmäßig betont, dass es in diesen Tagen so viele Dinge gibt, die wichtiger sind als der Fußball. Das würden auch die Verantwortlichen des Norddeutschen Fußball-Verbandes jederzeit unterschreiben. Es bedeutet aber nicht, dass sie sich derzeit nicht mit ihrer eigentlichen Aufgabe beschäftigen. Und wie so viele Funktionäre fragt sich auch Walter Fricke gerade, ob und wann die Rückrunde wohl noch zu einem Abschluss gebracht werden kann. „Unsere Priorität liegt auf einer Runde bis zum 30. Juni, eventuell darüber hinaus“, sagt der Vorsitzende des NFV-Jugendausschusses.

Die drei Juniorenregionalligen (A-, B- und C-Jugend) werden in Staffeln zu jeweils 14 Teilnehmern ausgetragen. Angesichts der vergleichsweise geringen Größe dieser Spielklassen bestand kein Anlass in den Wintermonaten zu spielen. Deshalb war es auch verhältnismäßig spät, nämlich Ende Februar, wieder losgegangen – bis Corona den Spielbetrieb vor einigen Wochen ausbremste. Nun fehlen zwar nicht mehr allzu viele Partien. Aber zwischen acht und zehn Spiele müssten die meisten Teams der Juniorenligen schon noch absolvieren. Wenn denn noch einmal gespielt werden kann.

„Die Politik wird uns die Entscheidung abnehmen“, sagt Walter Fricke. Es gehe dieser Tage vor allem darum, zu „prüfen, was möglich ist“ und den Fortgang der Entwicklung zu beobachten. Für Fricke, auch Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses und des Niedersächsischen Jugendausschusses, steht dabei fest, dass sich die Spielklassen der Nachwuchskicker nur in einer Hinsicht an den Ligen der Herren orientieren: Sollte in den kommenden Wochen ein Abbruch der Saison beschlossen werden, dann wird auch der Nachwuchs nicht mehr spielen. Geht es dagegen weiter bei den Erwachsenen, muss dies nicht unbedingt auch für die Junioren gelten. „Da sehe ich eine Trennung, denn es ergibt nicht unbedingt Sinn, die jungen Spieler in der Woche quer durch Norddeutschland reisen zu lassen“, sagt Walter Fricke.

Es geht also um den Faktor Zeit, wie so oft in diesen Tagen. NFV-Spielleiter Dirk Possiwan hat errechnet, dass man bei einer Fortsetzung ab dem 2. Mai nur mit einem relativ geringen Aufwand zu rechnen habe. Zumindest ein Problem wäre mit diesem Datum aber verbunden: Viele Sportanlagen, etwa in Hamburg, sind bis zum 30. April gesperrt. Das würde also nicht so ohne Weiteres funktionieren. „Meine persönliche Einschätzung: Wir werden die Saison bis Ende Juni nicht zu Ende bringen“, sagt Walter Fricke.

Ihm ist zudem bewusst, dass ein Start am 2. Mai schon recht optimistisch wäre angesichts der Entwicklung. Zudem hält er nicht für ausgeschlossen, dass es nach einer Lockerung der aktuellen Maßnahmen „irgendwann mal wieder eine Verschärfung kommen kann“. Es sind momentan also ziemlich viele Fragezeichen zu beachten. Aber wie gesagt: Seine Aufgabe als Vorsitzender des Jugendausschusses erfüllt auch Walter Fricke in diesen Tagen. Es hat ja auch niemand behauptet, dass sie gerade besonders viel Spaß macht.

 


(Text: Stefan Freye)

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