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„Wir werden das Ziel nur gemeinsam erreichen “

Ralph-Uwe Schaffert über sein neues Amt an der NFV-Spitze

(Foto: hansepixx.de)

Am Sonntag gab es viele Anrufe. „Überwiegend Gratulationen“, sagt Ralph-Uwe Schaffert. Bereits an diesem Montag ging es aber los mit der Arbeit. Der neue NFV-Präsident, erst auf dem 46. Verbandstag am Samstag mit großer Mehrheit ins Amt gewählt, fuhr aus dem heimischen Hildesheim zur Geschäftsstelle nach Bremen: Bürotag. Es ging um eine erste Orientierung. Der 65-Jährige tritt das neue Amt zwar mit „großer Vorfreude“ an. Er weiß aber auch um die Verantwortung seines Postens und erkennt die Herausforderung. „Niemand wird als Präsident eines Regionalverbandes geboren“, sagt Ralph-Uwe Schaffert.

Das soll durchaus darauf hinweisen, dass der neue NFV-Präsident womöglich den einen oder anderen Fehler begehen wird, gerade in der Anfangszeit. Das gehört dazu, und es unterscheidet Ralph-Uwe Schaffert nicht von den Funktionären anderer Verbände. Es dauert nun mal, bis ein neuer Präsident angekommen ist auf seinem Posten. Dieser Weg muss nicht zwangsläufig von Fehleinschätzungen und Missverständnissen begleitet werden. Aber er kann. Dabei steht allerdings fest, welchen Stil der Nachfolger von Günter Distelrath prägen wird. „Wir werden das Ziel, den Fußball im Norden zu stärken, nur gemeinsam erreichen“, betont der NFV-Präsident.

Er möchte sie alle ins Boot holen, die Player, wie es neudeutsch heißt. Denn nur wenn Verband und Vereine an einem Strang ziehen, lassen sich die Dinge im Sinne aller bewegen. Also wird Ralph-Uwe Schaffert die kommenden Monate dazu nutzen, auf die Beteiligten zuzugehen, den Austausch suchen und dabei vor allem gut zuhören. Ein Unbekannter ist er ja auch nicht. Bereits zwischen 2007 und 2014 übte er den Vorsitz im Kreissportgericht Hildesheim aus, und anschließend rückte er auf den Posten des Vorsitzenden des Obersten Verbandssportgericht im Niedersächsischen Fußballverband auf. Dieses Amt möchte er auch als NFV-Präsident fortführen, „mindestens bis ins Frühjahr 2022.“ Zudem war Ralph-Uwe Schaffert zwischen 2013 und 2016 als Beisitzer im DFB-Sportgericht aktiv. Beim Dachverband sitzt er seit 2016 auch im Kontrollausschuss.

Die Nähe zu den juristischen Ämtern kommt nicht von ungefähr: Der Jurist blickt auf eine umfassende Justiz-Laufbahn zurück. Er begann sie bereits 1991 im Bezirk des Oberlandesgerichts Celle. Über das Landgericht Hildesheim kehrte Ralph-Uwe Schaffert schließlich zum OLG in Celle zurück, wo er zwischen 2008 und dem Eintritt in den Ruhestand in diesem August den Posten des Vorsitzenden Richters des 16. Zivilsenats besetzte. „Richter gelten aufgrund ihrer Unabhängigkeit immer als Einzelkämpfer, aber für mich galt das nie“, sagt Schaffert. Er war ganz überwiegend in einer Kammer (Landgericht) oder einem Senat (Oberlandesgericht) tätig. Dort schätzte der Jurist den Austausch von Argumenten, das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen – und so möchte Ralph-Uwe Schaffert nun auch den NFV führen.

Der Hildesheimer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit dem PSV Grün-Weiß Hildesheim, dem Team seiner jüngeren Tochter, gelang Schaffert in 2010 der Aufstieg in die Oberliga Niedersachsen. Rund zwölf Jahre war der ehemalige Kicker im Frauen- und Mädchenbereich der Grün-Weißen aktiv, und nebenbei trat er als Schiedsrichter auf Kreisebene an. „Es ist sicher kein Nachteil, wenn man insgesamt 45 Jahre in verschiedenen Funktionen aktiv war“, findet Ralph-Uwe Schaffert, Inhaber der Trainer-B-Lizenz. Als Nachwuchsspieler hatte er zunächst das Trikot des VfV Hildesheim getragen, im Herrenbereich trat er für den DJK Blau-Weiß Hildesheim, den VfR Germania Ochtersum und den FSV Sarstedt (heute 1. FC Sarstedt) an. Bevor er die aktive Karriere mit 52 Jahren beendete, war er zudem im Altherren- und Altseniorenbereich für den DJK Blau-Weiß Hildesheim und den RSV Achtum aufgelaufen – ganz überwiegend als linker Offensivspieler. „Ich bin kein Quereinsteiger“, sagt Schaffert. Er habe angesichts der vielen Erfahrung auf ganz unterschiedlichen Ebenen vielmehr „ein Verständnis für die Bedürfnisse der Basis“. Nur als NFV-Präsident geboren, das ist auch Ralph-Uwe Schaffert nicht.
 

 

(Text: Stefan Freye)

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