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Der Spitzenreiter stolpert

Die Lage der Liga (Staffel Süd)

Yannik Schulze erzielte in der 33. Minute das zwischenzeitliche 2:0 für den VfV06 (Foto: hansepixx.de)

Nun hat es auch den VfB Oldenburg (10-2-1) erwischt: Beim 1:2 gegen den VfV Hildesheim kassierte der Spitzenreiter im 13. Saisonspiel die erste Niederlage. In gewisser Weise setzte sich damit eine Entwicklung fort: Nachdem er vier Spiele gar kein Gegentor kassiert hatte, gestattete der VfB sieben der letzten acht Gegner einen Treffer. Nun musste er erstmals zwei Tore hinnehmen und verließ den Platz prompt ohne Punkte. Das änderte jedoch nichts an der souveränen Tabellenführung, und es verhinderte auch nicht den sicheren Einzug in die Meisterrunde. Angesichts eines Vorsprungs von 16 Punkten auf den sechsten Rang werden die Oldenburger unabhängig von den kommenden Ergebnissen einen der ersten fünf Plätze belegen. Der VfB ist damit auch das erste Team, das seine Teilnahme vorzeitig perfekt gemacht hat.

Der SV Werder Bremen II (7-3-1) vermochte am Wochenende keinen Boden gut zu machen – die Partie beim Lüneburger SK fiel den schlechten Platzbedingungen im Jahn-Stadion in Neetze zum Opfer. Der Tabellenzweite liegt nun also zwei Spiele und acht Punkte hinter dem VfB zurück. Aber auf die Tabellensituation kommt es in Bremen ja auch nicht unbedingt an. Es geht dort vielmehr um die Entwicklung der zumeist doch recht jungen Fußballer – und die stimmte zuletzt. So lieferte das nun seit zehn Partien unbesiegte Team einige recht ordentliche Auftritte gegen gestandene Herrenmannschaften ab und besiegte zuletzt auch den Nachwuchs von Hannover 96 (1:0).

Nun ist Atlas Delmenhorst (5-4-4) bereits auf den dritten Platz geklettert. Angesichts von drei Siegen aus den vergangenen vier Partien besteht kein Zweifel mehr an der Klasse dieses Teams. Zumal es sich am Wochenende nervenstark zeigte und das wichtige Duell mit dem SSV Jeddeloh für sich entschied (1:0). Ein Vorsprung von nur drei Punkten auf den sechsten Rang mahnt andererseits zur Vorsicht: Noch ist nichts erreicht. Aber Atlas zählt nun eben zu jenen Mannschaften, die mit einer konstanten Leistung in den kommenden Wochen sehr gute Chancen auf die Teilnahme an der Meisterrunde besitzen.

Das gilt sicher auch für den punktgleichen VfV Borussia 06 Hildesheim (6-1-6) auf Rang vier. Er sorgte mit dem 2:1 in Oldenburg zweifellos für die Überraschung des Wochenendes. Aber seine Bilanz unterstreicht es ja auch: Für halbe Sachen ist der VfV nicht zu haben. Kein anderes Team dieser Staffel teilte sich so selten die Punkte. Ihrem Hang zu klaren Resultaten verdanken die Hildesheimer jedoch eine Besonderheit: Obwohl recht gut platziert, weisen sie ein negatives Torverhältnis auf (21:28). Es hat einen Grund. Im September hatte der VfV beim 1:8 gegen den SVW II eine heftige Niederlage vom anderen Spitzenteam der Staffel kassiert.

Auch Hannover 96 II (5-2-6) ist gut platziert, verlor zuletzt aber etwas an Boden. Nach drei Niederlagen, unter anderen gegen den VfB Oldenburg (1:3) und Werder II (0:1), gelang beim 2:2 in Rehden aber immerhin mal wieder ein Punktgewinn. Die Partie beim BSV war das vierte von insgesamt fünf Auswärtsspielen, 96 befindet sich derzeit also auf Tour. Nach dem vorerst letzten Gastspiel am kommenden Wochenende beim HSC stehen aber drei Heimpartien in Folge an. Spätestens dann sollte das Team mal wieder drei Punkte landen – sonst wird es am Ende wohl doch noch eng mit dem Einzug in die Meisterrunde.

Der BSV Rehden (4-4-5) belegt als Sechster derzeit den ersten Platz der Abstiegsrundenaspiranten. Aber was heißt das schon in dieser Staffel? Gerade ein Punkt fehlt den seit drei Spielen ungeschlagenen Rehdenern zum fünften Rang. Es ist also noch alles drin. Der BSV würde seine Ausgangslage vermutlich noch ein bisschen verbessern, ließe sich der Trend der vergangenen Wochen fortsetzen. Mit 23 Gegentoren stellt das Team zwar eine vergleichsweise schlechte Defensive. Der Großteil dieser Treffer fiel allerdings zum Beginn der Saison. Zuletzt schlug es nicht mehr so oft im Tor des BSV Rehden ein. Hält er seinen Kasten nun auch in den kommenden Wochen relativ geschlossen, ist wohl noch einiges mehr drin.

Der SSV Jeddeloh (4-4-5) hatte drei der vergangenen vier Partien gewonnen, bevor er am Wochenende mit 0:1 bei Atlas verlor. Nun wird sich also zeigen, wie stabil das Team mittlerweile ist. Ohne Frage liegt aber eine positive Entwicklung hinter dem Siebten der Staffel, war er doch denkbar schlecht gestartet und hatte neun Spiele bis zum ersten Sieg warten müssen. Die Aufholjagd des SSV muss also noch kein Ende haben. In Jeddeloh haben sie die Hoffnung auf den Einzug in die Meisterrunde angesichts eines Rückstands von nur drei Punkten jedenfalls noch lange nicht aufgegeben.

Der HSC Hannover (3-3-6) konnte angesichts der Tabellensituation wohl ganz gut leben mit dem 1:1 in Oberneuland. Aber sicher ist auch: Nach einer starken ersten Halbzeit verschenkte der Achte zwei Punkte, und das könnte ihm noch einmal weh tun. Denn mit 14 Zählern und einem Nachholspiel ausgestattet, wäre der HSC noch ein ernstzunehmender Kandidat für die Meisterrunde gewesen. So wird es vermutlich eng werden. Andererseits wurde in Oberneuland auch deutlich: Das Team verfügt über eine gewisse Qualität, tritt aber nicht mit der nötigen Sicherheit auf, um solche Spiele souverän über die Bühne zu bringen. Insofern ist der HSC wohl nicht ganz zu Unrecht in der zweiten Tabellenhälfte beheimatet.

Der FC Oberneuland (3-2-8) vermochte die Rote Laterne angesichts des 1:1 gegen den HSC und des gleichzeitigen Spielausfalls des LSK abzugeben. Dem nach wie vor von Personalsorgen geplagten Neunten tat der Punktgewinn aber auch deshalb gut, weil er eine Serie von fünf Niederlagen in Folge beendete. „Dieser Punkt kann extrem wichtig sein“, fand Trainer Kristian Arambasic. Seine Mannschaft habe mit „Kampf und Leidenschaft“ für ein Ende der desaströsen Wochen gesorgt. So sollte es auch in den kommenden Wochen laufen, denn es geht wohl nur noch um eine gute Ausgangsposition in der Abstiegsrunde.

Der Lüneburger SK Hansa (2-4-6) war zum Zuschauen verurteilt angesichts eines unbespielbaren Platzes im Neetzer Jahnstadion, und so rückte das Team prompt ans Tabellenende. Aber ob gegen den SV Werder II mehr drin gewesen wäre als beim 0:2 in Jeddeloh am vorletzten Wochenende? Es sind Zweifel erlaubt. Der LSK muss seine Punkte gegen Mannschaften seiner Kategorie sammeln, und er kann sich dabei auf eines verlassen: eine gute Abwehr. Die 16 Gegentreffer stellen einen Bestwert dar, keine Mannschaft der unteren Staffelhälfte kassierte weniger Tore, die meisten sogar deutlich mehr. Wenn eine starke Defensive tatsächlich den Verlauf einer ganzen Saison beeinflussen kann, dann besitzen die Lüneburger gute Chancen auf eine erfolgreiche Teilnahme an der Abstiegsrunde. Um mehr geht es mittlerweile wohl nicht.
 

 


(Text: Stefan Freye)

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