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„Der Wahnsinn geht weiter“ beim LSK

Die Lage in der Staffel Nord

(Foto: hansepixx.de)

Fünf Spiele, fünf Siege: Der SC Weiche Flensburg wurde der ihm zugedachten Rolle bislang mehr als gerecht. Dabei landete der Spitzenreiter nur gegen Norderstedt (3:1) und bei St. Pauli II (4:0) klare Erfolge. Gleich dreimal verließ Weiche den Platz dagegen mit einem knappen 1:0-Sieg. In Heide und zuletzt bei Phönix Lübeck reichte ein Treffer zu drei Punkten. Zudem hatten die Flensburger auch das Spitzenspiel gegen die SpVgg Drochtersen/Assel mit 1:0 gewonnen. Als „Werbung für den Fußball“ bezeichnete Thomas Seeliger die unterhaltsame Partie. Zugleich erinnerte der Weiche-Coach aber an eine Grundregel: „Wenn man die Tore nicht macht, dann weiß man ja um die Fußballweisheit.“ Soll heißen: Wenn es derzeit überhaupt ein Problem gibt, dann liegt es in der Chancenverwertung.

Dem noch ungeschlagenen Lüneburger SK Hansa (3-1-0) ist ein richtig guter Start in die Saison geglückt. Beim 1:0 gegen Altona 93 gelang dem Tabellenzweiten sogar der dritte Sieg in Folge. „Der Wahnsinn geht weiter“, hieß es danach auf der Homepage des Vereins. Mit anderen Worten: In Lüneburg sind sie selbst ein wenig überrascht von den starken Leistungen des Teams, die auch durch ein tolles Torverhältnis von 8:2 dokumentiert werden. Man kann die Euphorie verstehen: Im neuen Kader treten vermehrt junge Spieler an, die ihr erstes Jahr im Herrenbereich absolvieren. Das machte eine Prognose natürlich recht schwer.

Auch die Teutonia 05 Ottensen ist nach ihren vier Partien noch ohne Niederlage (3-1-0), und das kommt ebenfalls recht unerwartet. Aber der Aufsteiger aus Hamburg war selbstbewusst in die Saison gegangen, wollte sich von Anfang an nicht zufrieden geben mit der Rolle des Underdogs. Nach Siegen gegen Drochtersen/Assel (2:1), Phönix Lübeck (2:0) und zuletzt bei Holstein Kiel II (1:0) sowie dem Remis beim HSV II (2:2) lässt sich sagen: Im Moment ist Teutonia alles andere als ein Außenseiter.

Das gilt sicher auch für den Hamburger SV II, der gerade erst einen 7:0-Sieg gegen den Heider SV landete. In seinen fünf Spielen sammelte der Tabellenvierte nun acht Punkte. Eine ordentliche Ausbeute, die den HSV gelassen in die kommenden Aufgaben gehen lässt. Dabei tritt er wie alle zweiten Mannschaften mit vielen sehr jungen Spielern an – und diese benötigen ja eigentlich eine gewisse Anlaufzeit. 

Das Team von Eintracht Norderstedt (2-0-2) zählt zu den arrivierten Teilnehmern der Regionalliga Nord, und es befindet sich als Tabellenfünfter im Soll – nicht mehr und nicht weniger. Allerdings: Nach den Niederlagen in Flensburg (1:3) und gegen Drochtersen/Assel (0:1) hatte die Eintracht nach zwei Spielen noch keinen Punkt gesammelt. Angesichts der Siege in Lübeck (3:0) und gegen den HSV II (3:2) ist sie nun dabei, den Fehlstart zu korrigieren. Man darf wohl noch einiges erwarten von der „Stammkraft“.

Die SpVgg Drochtersen/Assel zählt ebenfalls zu den alten Bekannten der Liga. Sie galt hinter Weiche eigentlich als Team mit den besten Aussichten auf einen Spitzenplatz. So gesehen verwundert es schon, dass D/A bislang noch nicht zur gewohnten Konstanz gefunden hat: Der Niederlage gegen Teutonia zum Auftakt (1:2) schlossen sich zwar die Siege in Norderstedt (1:0) und gegen Heide (3:0) an. Doch zuletzt verlor die Spielvereinigung in Flensburg und auch bei St. Pauli II (1:2). Noch hat der Tabellensechste offenbar nicht an das Leistungsniveau der Vorjahre anknüpfen können.

Ein Aufsteiger auf Rang sieben – der Start von Phönix Lübeck kann sich sehen lassen. Dabei gewann der Neuling die Spiele, die er gewinnen musste, um den Tabellenkeller auf Abstand zu halten: In Altona (2:1) und beim Heider SV (3:0). Gegen den starken Mitaufsteiger Teutonia (0:2), Eintracht Norderstedt (0:3) und zuletzt auch gegen Weiche Flensburg (0:1) blieb Phönix dagegen ohne Punktgewinn. Allerdings nährt gerade ein so knappes Ergebnis wie gegen den Spitzenreiter am Wochenende die Hoffnung auf noch bessere Leistungen. Es ist etwas drin für Phönix.

Sechs Punkte aus fünf Spielen sind in Ordnung. Zum Überschwank verleiten sie beim FC St. Pauli II (2-0-3) allerdings niemanden. „Unsere Spielanlage bringt uns nichts, wenn wir die Spiele verlieren“, hatte Trainer Joachim Philipkowski nach dem 1:3 in Lüneburg gewarnt – seine Mannschaft brachte sich bisher durch individuelle Fehler in der Defensive um den Lohn ihrer Arbeit. Der Niederlage beim LSK folgte am Wochenende allerdings ein 2:1 gegen die SpVgg Drochtersen/Assel – vielleicht geht es nun ja aufwärts.

Auf einen Sieg in vier Spielen brachte es Altona 93 (1-0-3). Lediglich die Partie gegen den Tabellennachbarn Holstein Kiel II (2:1) endete mit drei Punkten für den Neunten. Es gibt also noch eine Menge zu tun für die neuen Verantwortlichen des Vereins. Aber hinter dem Team von Trainer Andreas Bergmann und Sportchef Richard Golz liegt ja auch ein Umbruch: Den zwölf Abgängen standen 14 Zugänge gegenüber. Insofern ist wohl noch etwas Geduld gefragt.

Es ist wohl nicht übertrieben, dem Team von Holstein Kiel II einen Fehlstart zu attestieren. Gerade drei Punkte sammelte der Tabellenzehnte in seinen vier Partien, und diese gab es beim 1:0 gegen St. Pauli II zum Auftakt. Hinter Holstein liegen also drei Niederlagen in Folge. Nach dem späten 0:1 gegen Teutonia am letzten Wochenende warb Trainer Sebastian Gunkel allerdings um Verständnis: „Es war das dritte Spiel innerhalb einer Woche. Die Jungs haben gerade am Ende nochmal alles gegeben. Von daher mache ich ihnen keinen Vorwurf.“

Ohne Punktgewinn und mit 1:17 Toren belegt der Heider SV den letzten Platz der Staffel Nord. Keine Frage: Das Team des kleinen HSV ist noch nicht angekommen in der Liga. Beim 0:7 im Auswärtsspiel gegen den großen HSV II wurden erst am Wochenende eklatante Schwächen deutlich. Aber die Ambitionen in Heide sind ohnehin bescheiden, und so wird man nun gewiss nicht die Nerven verlieren. Beim Schlusslicht wird wohl auch angesichts der prekären Lage in Ruhe gearbeitet.
 


(Text: Stefan Freye)

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