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Die Abstiegsfrage rückt näher

Phönix und Norderstedt sind durch

(Foto: hansepixx)

Es bleibt spannend in der Abstiegsrunde der Regionalliga Nord. Während sich ganz oben einige Mannschaften abgesetzt haben und das eine oder andere Kellerkind als abgeschlagen gelten muss, liegen ein paar Teams in der Mitte nahezu gleichauf. In dieser Mitte wird aber in einigen Wochen die Entscheidung über Abstieg und Klassenerhalt fallen.

Phönix Lübeck (36 Punkte/17 Spiele)

Aus dem siebten Sieg in Folge wurde angesichts des 1:1 beim SSV Jeddeloh zwar nichts. Aber der Tabellenführer blieb ungeschlagen und befindet sich auf einem guten Weg zum Gewinn dieser Abstiegsrunde. Zudem hat Phönix in den vergangenen Wochen offenbar seine Defensive in den Griff bekommen. In Jeddeloh kassierte das Team erst das fünfte Tor seit Beginn der Runde im März. Einen Großteil der für eine Spitzenmannschaft ungewöhnlichen 18 Gegentreffer hatten die Lübecker also bereits in der Qualifikation des vergangenen Jahres bekommen. Bei Phönix ist man dem Ziel, eine Mannschaft zu entwickeln also ein gutes Stück nähergekommen – das lässt wohl bereits jetzt auf die kommende Spielzeit hoffen.

Eintracht Norderstedt (32/17)

Beim 6:0-Auswärtssieg gegen einen am Ende allerdings auch überforderten FC Oberneuland blieb der Tabellenzweite auch im siebten Spiel der Abstiegsrunde ungeschlagen. Im Gegensatz zum Spitzenreiter aus Lübeck leistete sich die Eintracht allerdings drei Unentschieden, und das erinnert ein bisschen an die Qualifikation im vergangenen Jahr. Damals hatte das Team von Jens Martens die Meisterrunde nicht zuletzt deshalb verpasst, weil die Punkte angesichts von gleich acht Unentschieden in 20 Spielen zu oft geteilt wurden. Der Trainer wies deshalb durchaus kritisch darauf hin, dass seinem Team gelegentlich der „letzte Punch“ fehlte. Womöglich ist mit dem kaltschnäuzigen Auftritt in Oberneuland aber ja ein guter Anfang in Richtung einer entschlosseneren Spielweise verbunden. Die Defensive weiß mit ihren nur zehn Gegentreffern ohnehin zu überzeugen.

SpVgg Drochtersen/Assel (30/16)

Anders als Phoenix Lübeck und Eintracht Norderstedt ist die Spielvereinigung theoretisch noch nicht gerettet. Theoretisch. Beim 5:1-Auswärtssieg gegen den HSC Hannover unterstrich der Tabellendritte eindrucksvoll, dass er seine Hausaufgaben machen wird. Dabei vermochten die fünf eigenen Treffer durchaus zu überraschen, galt D/A bislang doch nicht gerade als Torfabrik. Die 23 eigenen Treffer fallen im Vergleich zu Phoenix (30) und der Eintracht (32) jedenfalls ein wenig ab. Da dem klaren Sieg beim HSC allerdings ein 4:2 gegen den FC Oberneuland voranging, könnte der Knoten aber mittlerweile geplatzt sein.

SSV Jeddeloh (26/16)

Das 1:1 gegen Phönix markierte das vierte Unentschieden in Folge – große Sprünge sind auf diese Weise eher nicht möglich. Der Vorsprung von sieben Punkten zum ersten Abstiegsplatz dürfte in Jeddeloh wohl auch niemanden in Sicherheit wiegen. Andererseits steht auch fest: Die Punkteteilungen der letzten Wochen kamen gegen den Spitzenreiter aus Lübeck, seine beiden Verfolger und den FC St. Pauli II zustande. Der SSV hatte also überwiegend mit sehr starken Gegnern zu tun, könnte die noch ausstehenden Spiele deshalb durchaus zur vorzeitigen Rettung nutzen. Die nächsten Gegner heißen: Heider SV und Altona 93.

BSV Rehden (22/16)

Der Tabellenfünfte wird durch drei Punkte von der Abstiegszone getrennt, befindet sich also noch mittendrin im unangenehmen Wettlauf um den Klassenerhalt. Nach den 0:2-Niederlagen gegen Eintracht Norderstedt und Phönix Lübeck entledigte sich der BSV der Pflichtaufgabe gegen den Heider SV am Wochenende aber mit einem souveränen 4:0 Heimsieg. Dabei war das Team von Kristian Arambasic auch in diesem Spiel von Personalsorgen geplagt worden. „Wir hatten extrem viele Ausfälle, und ich kann mich nur vor der Mannschaft verneigen“, kommentierte der Trainer die Energieleistung seines Teams. Der BSV tritt derzeit offenbar mit viel Leidenschaft an, und das ist zweifellos eine gute Voraussetzung für die kommenden Aufgaben.

FC St. Pauli II (20/16)

Die Hamburger befinden sich noch über dem Strich, aber bei Ihnen ist die Lage angesichts eines Vorsprungs von nur einem Punkt natürlich noch ein bisschen bedrohlicher. Während die Konkurrenz am Wochenende im Einsatz war, musste St. Pauli zudem als spielfreies Team zusehen. So hatte die Erinnerung vom unglücklichen 1:2 gegen den FC Oberneuland natürlich keine Chance zu verblassen. „Wir müssen uns jetzt sammeln und dürfen nicht nervös werden“, hatte Joachim Philipkowski nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge betont. Der Trainer möchte keine Hektik aufkommen lassen und erinnerte wohl auch deshalb an die nach wie vor ordentlichen Möglichkeiten: „Das Gute ist, wir haben es in der eigenen Hand.“ Sicher ist allerdings auch, dass die zweifellos talentierte Mannschaft ihre Qualität nun nachhaltig abrufen und in die Erfolgsspur zurückkehren muss.

Lüneburger SK Hansa (19/16)

Der LSK hat sich noch lange nicht aufgegeben, dürfte das 1:1-Heimremis gegen Altona 93 allerdings auch nicht gerade als Erfolg gefeiert haben. Der eigentliche Plan hatte nach dem 2:1-Sieg beim Heider SV vermutlich einen weiteren Dreier vorgesehen – damit hätten die Lüneburger erstmalig die Abstiegsplätze verlassen. Auch beim Tabellensiebten wird man sich nun aber um Ruhe bemühen: Gegen Altona standen ja einige Stammkräfte nicht zur Verfügung. Verbessert sich die Personalsituation in den kommenden Tagen, steigen auch die Chancen auf erfolgreichere Auftritte. Eines sollte sich vermutlich aber ebenfalls ändern: Mit nur 14 Treffern in 16 Spielen stellt der LSK den erfolglosesten Angriff der Abstiegsrunde.

HSC Hannover (15/16)

Das 1:5 gegen die SpVgg Drochtersen/Assel war nicht geeignet, die Stimmung beim Tabellenachten zu verbessern. Die herbe Heimpleite – im ersten Spiel auf eigenem Platz nach vierwöchiger Pause - vergrößerte den Rückstand zur Nichtabstiegszone zwar nicht, da St. Pauli II spielfrei war. Aber die Chancen werden mit jeder Niederlage kleiner, das wissen sie beim HSC natürlich auch. Dabei deutet auch die Niederlage gegen D/A an, was dem HSC vor allem fehlt. Angesichts von 33 Gegentreffern in 16 Spielen wird vor allem eine stabile Defensive vermisst.

Altona 93 (14/17)

Beim 1:1 in Lüneburg gelang Altona 93 das dritte Unentschieden in Folge. Es unterstrich die Möglichkeiten des Tabellenneunten, war unterm Strich aber zu wenig, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Derzeit fehlen sechs Punkte bis zu einem Nichtabstiegsplatz. Das ist ein Rückstand, den die Hamburger in ihren drei verbleibenden Spielen wohl nur schwerlich aufholen werden. Bei Altona 93 richtet man sich aber ohnehin schon seit längerem darauf ein, die kommende Saison in der Oberliga zu verbringen.

FC Oberneuland (13/16)

Beim FC Oberneuland ist man sich sogar sicher, ab dem Sommer in der Oberliga anzutreten. Daran gibt es seit dem Verzicht des Vereins auf eine Regionalliga-Lizenz keinen Zweifel mehr. Bis zum vergangenen Wochenende hatte sich diese Entscheidung nicht auf die Leistung des Teams ausgewirkt. Regelmäßig hatte Trainer Daniel Prause betont, wie „stolz“ er auf das Engagement seiner Mannschaft trotz des feststehenden Abstiegs sei. Die klare 0:6-Heimniederlage gegen Eintracht Norderstedt hinterließ allerdings einen anderen Eindruck. Vor allem in der zweiten Halbzeit ließ der Gastgeber den Einsatz vermissen, der ihn zuvor noch so stark gemacht hatte. Entsprechend ratlos gab sich der Trainer, und auch dessen Assistent Jürgen Damsch stellte nach der Partie klar, dass man über diese Leistung „reden muss“.

Heider SV (12/17)

Theoretisch ist selbst das Schlusslicht noch nicht abgestiegen. Aber natürlich sind die Chancen des Heider SV mittlerweile auf ein Minimum gesunken. Zumal das Team beim 0:4 in Rehden nicht gerade einen kämpferischen Eindruck machte. „Wir haben es in 90 Minuten nicht geschafft, uns eine Torchance herauszuspielen. So kannst du kein Regionalliga-Spiel gewinnen“, beschrieb Trainer Markus Wichmann den schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Für den HSV wird es wie für die anderen mehr oder weniger abgeschlagenen Teams nur um eines gehen: sich vernünftig aus der Liga zu verabschieden.

 


(Text: Stefan Freye)
 

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