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Die Überraschung aus Hamburg

Aufsteiger Teutonia Ottensen bislang ohne Punktverlust

(Foto: Teutonia 05)

Der 2. Spieltag ist absolviert, und in der Staffel Nord belegen gleich zwei Mannschaften mit sechs Punkten und 4:1 Toren die Spitzenposition. Den SC Weiche Flensburg hatte man dabei durchaus ganz vorn erwartet, den FC Teutonia 05 Ottensen dagegen eher nicht – schließlich ist er neu in der Regionalliga, war in der vergangenen Saison noch in der Oberliga Hamburg angetreten. Aber nachdem der Aufsteiger mit 2:1 bei der SpVgg Drochtersen/Assel gewonnen hatte, ließ er am Wochenende einen 2:0-Heimerfolg gegen Phönix Lübeck folgen. Da kam die Tabellenführung von ganz allein.

Aber wie konnte es dazu kommen? Die Vorbereitung mit einigen durchwachsenen Ergebnissen hatte einen solchen Start ja eigentlich nicht erwarten lassen. „Die Mannschaft soll jedes Spiel gewinnen wollen“, sagt Trainer Achim Hollerieth. Er legt viel Wert auf die richtige Mentalität und möchte immer ein selbstbewusstes Team sehen. Am Ende ginge es für einen Neuling zudem darum, die üblichen Fehler zu vermeiden – denn die werden in der Regionalliga sofort bestraft. Die Spieler haben ihren Trainer offenbar verstanden: Teutonia trat nun zweimal „sehr konzentriert“ (Hollerieth) an und sammelte auf diese Weise bereits sechs Punkte.

Allerdings: Bevor nun die ganz große Euphorie ausbricht, tritt Achim Hollerieth auf die Bremse. „Wir wissen diese Spiele einzuordnen“, betont der Teutonia-Coach. In Drochtersen habe das Team die Vorgaben sehr gewissenhaft umgesetzt, und zuletzt gegen Phönix Lübeck hätte sich das Geschehen überwiegend zwischen den Strafräumen abgespielt. „Da haben unsere Standards entschieden“, so Hollerieht. Es gäbe deshalb auch keinen Grund für allzu große Begeisterung: „Wir sind gut gestartet, nicht mehr und nicht weniger.“

Unterstützung erhält der Trainer vom Sportlichen Leiter. Natürlich freut sich auch Liborio Mazzagatti über den starken Auftakt. Auch er sieht allerdings ein paar gute Gründe zur Relativierung: „Es ist eine Momentaufnahme, wir werden bodenständig und demütig bleiben.“ Für Mazzagatti lag der Schlüssel zum Erfolg ebenfalls in der einer guten Defensivleistung und einer effektiven Chancenverwertung. Der Macher der Teutonia wünscht sich nun, dass die Mannschaft den „Schwung mitnimmt“ in die kommenden Wochen. Immerhin wisse man beim Hamburger Aufsteiger aber nun, dass sich das eigene Team „auf Augenhöhe“ mit der Konkurrenz befindet. Das ist ein gutes Gefühl, das nun allerdings bestätigt werden will.

„Auf uns warten zwei schwere Auswärtsspiele“, sagt Achim Hollerieth. Die Teutonia wird demnächst bei den Nachwuchsteams des Hamburger SV und von Holstein Kiel zu Gast sein. Das sind Gegner, die mit gut ausgebildeten Spielern antreten und seinem Team sicher „nichts schenken“ werden, findet der Trainer. Es dürfte der Teutonia also nicht ganz so leichtfallen, die geforderte Konstanz an den Tag zu legen. Eine Alternative dazu sieht Achim Hollerieth aber nicht: „Wer es nicht schafft, über einen längeren Zeitraum konstant anzutreten, wird nur unten mitspielen.“ 

Die Lage der Liga – Achim Hollerieth

Staffel Nord: Weiche Flensburg musste man schon nach den Ergebnissen der Vorjahre ganz oben erwarten, sie haben ja immer einen Top 3-Platz belegt. Ich halte auch Eintracht Norderstedt und Drochtersen – trotz der Niederlage gegen uns – für Kandidaten auf einen der Spitzenplätze. Es wird sicher schwierig, unter die ersten Fünf zu rutschen. Aber ich sage auch: Es waren bislang immer enge Spiele, und deshalb kann in dieser Staffel jeder jeden schlagen. Wenn du aber nur ein Prozent nachlässt, kannst du auch gegen jeden verlieren.

Staffel Süd: Der VfL Wolfsburg II und der SV Werder II sind für mich die Kandidaten für ganz oben. Ich halte aber auch die Aufsteiger für nicht schlecht, wir haben unsere Tests gegen Hildesheim und Delmenhorst ja verloren. Da ist Qualität vorhanden, und so kann sich etwas entwickeln. Aber ehrlich gesagt: So richtig interessiert mich die Staffel Süd im Moment nicht, weil wir noch gar nicht wissen, in welche Runde wir gehen werden. 

 


(Text: Stefan Freye)
 

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