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Ein bisschen offener

Vorschau 8. und 9. Spieltag Meister- und Abstiegsrunde

(Foto: hansepixx.de)

Nachdem der VfB Oldenburg zuletzt zwei Punkte verlor, ist das Titelrennen in der Regionalliga Nord wieder etwas spannender geworden. So richtig eng geht es aber vor allem in der Abstiegsrunde zu. Dort streitet sich gefühlt die halbe Staffel um die Nichtabstiegsplätze.

Meisterrunde:

Hannover 96 II – Teutonia 05 Ottensen (Sa., 13 Uhr)
Nach dem 1:3 beim VfB Lübeck im Nachholspiel am Mittwoch ist für 96 II am Ende nur noch der achte Tabellenplatz erreichbar. Ob das wirklich wichtig ist, erscheint angesichts des Ausbildungsauftrags der Nachwuchsmannschaft ein wenig fraglich. Es dürfte auch nicht leicht werden für den Tabellenneunten, die drei Punkte in den zwei verbleibenden Spielen aufzuholen. Die Teutonia zeigte sich nach dem Trainerwechsel jedenfalls einigermaßen runderneuert am vergangenen Spieltag. „Die Mannschaft hat super gekämpft und alles gegeben in den 90 Minuten. Ich bin stolz auf die Jungs“, meinte Jan-Philipp Rose, Nachfolger von Dietmar Hirsch, nach dem 2:2 gegen den VfB Oldenburg. Der Gast sollte auch in Hannover mit neuem Schwung antreten.

SV Werder Bremen II – VfB Lübeck (Sa., 14 Uhr)
Beim 1:2 im Auswärtsspiel gegen den HSV II blieben die zuvor zweimal in Folge siegreichen Bremer ohne Punkte. „Eine sehr bittere Niederlage in der Nachspielzeit", fand Konrad Fünfstück. Der Trainer stellte indes auch klar: „So etwas gehört zum Fußball dazu, wir müssen jetzt wieder den Kopf nach oben bekommen und aus unseren Fehlern lernen." Sein Team steht also vor einem Ausbildungsschritt im Duell mit dem punktgleichen VfB Lübeck. Der Gast lauert nach dem 3:1 über 96 II direkt hinter Werder auf Platz fünf. Beide Teams besitzen aber noch die Chance auf den dritten Rang, liegen sie doch nur einen Zähler hinter Holstein Kiel II zurück. Es sollte also niemand behaupten, in diesem Duell ginge es um nichts mehr.

Atlas Delmenhorst – SC Weiche Flensburg (Sa., 16 Uhr)
Beim 0:1 in Kiel blieb Atlas auch im siebten Spiel dieser Meisterrunde sieglos (0-4-3). Ob dem Gastgeber nun der erste Erfolg gelingt, ist fraglich. Der Gast möchte seine geringen Titelchancen schließlich nicht durch einen eigenen Patzer gänzlich einbüßen. Er gewann am vergangenen Wochenende gegen Hannover 96 II (2:1), während der VfB Oldenburg beim 2:2 in Ottensen zwei Punkte verlor. Damit muss der Tabellenzweite aus Flensburg (15 Saisonspiele) zwar immer noch sechs Punkte aufholen, hat im Gegensatz zum Spitzenreiter (16 Saisonspiele) aber eine Partie mehr auszutragen. Die Flensburger werden in Delmenhorst also alles daransetzen, die eigenen Hausaufgaben zu erledigen.

VfB Oldenburg – Hamburger SV II (So., 15 Uhr)
Die Oldenburger werden natürlich sehr genau beobachten, wie sich Weiche beim Gastspiel in Delmenhorst schlägt. Gewinnt der Tabellenzweite dort nicht, könnte der VfB mit einem Heimsieg alles perfekt machen und vorzeitig den Titel feiern. Andererseits war beim 2:2 in Ottensen einmal mehr deutlich geworden, dass der Spitzenreiter sich am besten auf seine eigenen Aufgaben konzentrieren sollte. Bei der Teutonia waren die Oldenburger erst einmal mit 0:2 in Rückstand geraten, ehe sie eine Aufholjagd starteten. Für Trainer Dario Fossi war das Unentschieden demnach vor allem ein gutes Zeichen für die Moral: „Die Jungs haben heute wieder einmal Charakter gezeigt. Respekt dafür, wie wir heute zurückgekommen sind.“ Ein leichtes Spiel hat der VfB auch gegen den HSV II sicher nicht: Der Gast kommt als Tabellensechster, kann befreit aufspielen und wird sich für die 1:2-Niederlage im Hinspiel revanchieren wollen.

VfV Borussia 06 Hildesheim – Holstein Kiel II (So., 15 Uhr)
Der Gastgeber wartet auch nach acht Spielen dieser Meisterrunde noch auf den ersten Sieg (0-2-6) und steht in diesem Heimspiel erneut vor einer Herausforderung. Denn Holstein Kiel II kletterte erst am vergangenen Spieltag auf den dritten Tabellenplatz und möchte diesen Rang natürlich verteidigen. Zudem ist die Stimmung in Kiel nach dem 1:0 über Atlas Delmenhorst recht ordentlich. „Wir wollten in unserem letzten Heimspiel vor einer tollen Kulisse noch einmal alles reinhauen, ein gutes Spiel bieten, und das haben wir getan“, kommentierte Trainer Sebastian Gunkel die vergangene Partie.

Abstiegsrunde:

SpVgg Drochtersen/Assel – Lüneburger SK Hansa (Sa., 14 Uhr)
Worum es für den Gastgeber geht? Die Spielvereinigung belegt derzeit den dritten Tabellenplatz und möchte heranrücken an die Spitzenteams aus Lübeck und Norderstedt. Womöglich lässt sich in den verbleibenden vier Partien ja noch ein bisschen Boden gutmachen. Ganz nebenbei könnte D/A in dieser Partie auch rechnerisch die Klasse vorzeitig sichern. Noch hat der auf dem ersten Abstiegsrang platzierte LSK einen Rückstand von „nur“ elf Punkten, könnte in seinen vier Spielen also noch zum Dritten aufschließen. So viel zur Theorie. Auf der praktischen Seite geht es für die Gäste vor allem darum, den FC St. Pauli auf dem ersten Nichtabstiegsplatz einzuholen – es fehlt nur ein Punkt. Man darf in diesem Spiel also eine ganze Menge erwarten vom LSK.

Heider SV – SSV Jeddeloh (Sa., 14 Uhr)
Beim Schlusslicht muss natürlich erst recht zwischen Theorie und Praxis unterschieden werden: Der Heider SV wird den Rückstand von acht Punkten in den verbleibenden drei Saisonspielen vermutlich nicht mehr aufholen. Zumal er beim 0:4 in Rehden nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzte. „So kannst du kein Regionalliga-Spiel gewinnen“, hatte Trainer Markus Wichmann nach dem schwachen Auftritt festgestellt. Nun muss er weiterhin auf Schlussmann Tom Paschulski verzichten, der sich gleich nach seinem Comeback im Training einen Muskelbündelriss zuzog. Es spricht in diesem Duell also viel für einen Tabellenvierten aus Jeddeloh. Der SSV ist gut platziert, benötigt zum endgültigen Klassenerhalt aber womöglich noch den einen oder anderen Punkt. Dafür herrscht bereits Klarheit in der Trainerfrage: Der Verein stellte unlängst Ex-Spieler Björn Lindemann als Nachfolger des im Sommer scheidenden Oliver Reck vor.

FC St. Pauli II – HSC Hannover (So., 14 Uhr)
„Wir dürfen nicht nervös werden“, hatte St. Pauli-Coach Joachim Philipkowski nach dem 1:1 gegen Altona 93 vor rund zwei Wochen betont – und das sagt eine Menge über die aktuelle Situation des Tabellensechsten aus. Zwar belegt das Team den ersten Nichtabstiegsplatz, absetzen konnte es sich in den vergangenen Wochen aber nicht. Lediglich einem Punkt hinter den Hamburgern lauert der Lüneburger SK, und mit dem Tabellennachbarn beginnt bereits die Abstiegszone. Damit befindet sich St. Pauli allerdings in einer Situation, die sie beim HSC nur zu gern hätten. Der Gast liegt fünf Punkte hinter seinem Gegner. Er muss wohl unbedingt gewinnen, um seine ohnehin geringen Rettungschancen zu wahren.

Phönix Lübeck – FC Oberneuland (So., 14 Uhr)
Beim 1:1 in Jeddeloh blieb der Spitzenreiter nach sechs Siegen erstmals ohne drei Punkte. Ein Problem ist das für Phönix vermutlich nicht. Das Team spielt eine herausragende Abstiegsrunde und stellte in den vergangenen Wochen regelmäßig unter Beweis, dass es sich von den meisten Kellerkindern abhebt. In Oberneuland hatte man dagegen bereits vor Wochen entschieden, freiwillig in die Oberliga zurückzukehren. Bis zum vergangenen Spieltag merkte man dem Team nichts an vom Verzicht auf eine Lizenz. Dann folgte eine 0:6-Heimniederlage gegen Eintracht Norderstedt, die für Ernüchterung sorgte. Ob der FCO nun ausgerechnet beim Tabellenführer in die Erfolgsspur zurückkehrt, erscheint fraglich. Aber der Wunsch von Trainer Daniel Prause und seiner Mannschaft bleibt bestehen: Man möchte sich schon noch ordentlich aus der Regionalliga Nord verabschieden.

Altona 93 – BSV Rehden (So., 14 Uhr)
Die Ausgangslage ist relativ klar: Der Gastgeber muss nach drei Unentschieden in Folge drei Punkte holen, möchte er nicht vorzeitig Gewissheit über den Abstieg erlangen. Die sechs Punkte zum Nicht-Abstiegsplatz werden in drei Spielen aber so oder so nur schwer aufzuholen sein. Unmöglich ist das allerdings nicht. Auch der BSV Rehden ist sich seiner Aufgabe allzu bewusst. Nach dem 4:0 über den Heider SV muss nun unbedingt ein weiterer Sieg her, um sich abzusetzen. Der Gast wird ja lediglich durch drei Punkte von der Abstiegszone getrennt. Zuletzt hinterließ er allerdings einen sehr guten Eindruck, wurde der Heimsieg über den Heider SV doch durch zahlreiche Ausfälle begleitet. „Ich kann mich nur vor der Mannschaft verneigen“, kommentierte Trainer Kristian Arambasic die Energieleistung seines Teams.
 

 

(Text: Stefan Freye)

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