News

Ein Duo setzt sich ab

Die Lage der Liga (Staffel Süd)

(Foto: hansepixx.de)

Ist das womöglich der neue Standard des VfB Oldenburg (8-0-0)? Die Spiele gegen den SSV Jeddeloh und den HSC Hannover gewann der Spitzenreiter in der vergangenen Woche jeweils mit 3:1. Das würde passen: Die Gegner der VfB haben eine kleine Chance und erzielen auch ein Tor. Am Ende setzt sich das noch verlustpunktfreie Team von Dario Fossi aber doch recht deutlich durch. In Hannover vergab der VfB sogar zahlreiche Chancen auf weitere Treffer. Das Prunkstück des Tabellenführers ist und bleibt also die Defensive. Ganze vier Gegentore kassierten die Oldenburger in acht Saisonspielen. Allerdings: Nachdem das Team vier Partien lang gar kein Gegentor hinnehmen musste, durften die vier letzten Gegner jeweils einmal treffen. Wenn das ein Trend ist, wird es vielleicht doch noch einmal spannend.

Lediglich der SV Werder Bremen II (6-1-1) vermag noch mitzuhalten mit dem Liga-Primus. Dabei hat der Tabellenzweite dem Oldenburger Spitzenreiter offenbar die Treffsicherheit voraus: Die Bremer erzielten 27 Tore und damit gleich sechs Treffer mehr als der VfB. Die Ausbeute der Grün-Weißen ist das Ergebnis einer offenbar recht guten Arbeitsauffassung. „Die Jungs haben den Gegner von der ersten Minute an ernst genommen und ziehen ihr Ding durch“, lobte Werders Nachwuchsdirektor Björn Schierenbeck nach dem 6:0 über Atlas Delmenhorst am Wochenende. Die einzige Niederlage des SVW resultiert aus dem 0:3 gegen den VfB am 1. Spieltag. Nun kommt es am kommenden Sonnabend zum Rückspiel.

Man muss es wohl so deutlich sagen: Hannover 96 II (4-1-3) rangiert zwar auf dem dritten Rang, führt im Grunde genommen aber das breite Mittelfeld der Staffel an. Denn mittlerweile weisen die Niedersachsen bereits einen Rückstand von sechs Punkten zum SV Werder auf. Aber bei 96 ist man wohl erst einmal froh, die zwischenzeitliche Schwächephase überwunden zu haben. Bevor beim 2:1 über den VfV Borussia 06 Hildesheim am Wochenende der dritte Sieg in Folge gelang, hatte das Team drei Partien in Serie verloren und war insgesamt vier Spiele sieglos geblieben. Die Entwicklung der Hannoveraner Talente lässt sich also auch an den Ergebnissen ablesen. Angesichts von nur 13 erzielten Treffern gilt der 96-Talentschuppen aber noch immer nicht als besonders offensivstark.

Mit einem Sieg bei 96 II wäre für den VfV Borussia 06 Hildesheim (4-0-5) vielleicht noch etwas gegangen. Drei zusätzliche Punkte hätten den aktuellen Vierten bis auf vier Punkte an den Zweiten aus Bremen herangeführt. Allerdings: Der VfV hat derzeit ein Spiel mehr als die vor ihm platzierte Konkurrenz absolviert, und insgesamt sind die Leistungen der Niedersachsen einfach zu schwankend, um ganz oben dabei zu sein. Nach einem starken Start mit drei Siegen in Folge hatte der heimstarke VfV nämlich den einen oder anderen Rückschlag hinnehmen müssen. Er gipfelte in einem 1:8 beim SV Werder II. Das ändert aber nichts daran: Die Mannschaft um Trainer Markus Unger absolviert eine sehr ordentliche Saison.

Das gilt mittlerweile wohl auch für den BSV Rehden (3-2-4), der sich nach dem 2:0 über den Lüneburger SK auf dem fünften Rang einsortiert. Die ein oder andere unerwartete Niederlage trüb allerdings das Gesamtbild. So entsprachen die Heimpleiten gegen den FC Oberneuland (2:3) und Atlas Delmenhorst (1:2) ganz und gar nicht den Erwartungen der Rehdener. Andererseits ist der BSV nun seit drei Ligaspielen ungeschlagen. Stabilisiert er seine Leistungen, ist angesichts der engen Tabellensituation sicher noch mehr drin.

Auch der Sechste Atlas Delmenhorst (2-4-3) zählt zweifellos zu den Teams, die noch nach einer konstanten Leistung suchen. Die Qualität der Mannschaft von Key Riebau wurde angesichts der Siege gegen Hildesheim (4:1) und in Rehden (2:1) deutlich. Es stehen aber auch enttäuschende Ergebnisse wie ein 0:1 gegen den HSC Hannover oder ein 0:0 gegen Jeddeloh in der Bilanz der Delmenhorster. Die ihnen von so manchen Experten zugedachte Rolle als klarer Kandidat für die Top 5 hat Atlas bislang also noch nicht eingenommen. Aber die Saison ist ja auch noch relativ jung.

Der FC Oberneuland (3-1-5) belegt derzeit den siebten Rang und ist damit ziemlich zufrieden. Zuletzt gab es allerdings schon einige ärgerliche Ergebnisse. So wurden die Bremer beim 0:3 in Hildesheim nicht belohnt für eine gute Leistung, und am Wochenende ging auch noch das Heimspiel gegen den SSV Jeddeloh mit 0:1 verloren. „Ein Katastrophen-Tag“, kommentierte FCO-Coach Kristian Arambasic die jüngste Niederlage. Vor allem seine Offensive sorgte angesichts der wenigen Torszenen gegen den SSV für Enttäuschung. Das vermochte aber eigentlich nicht zu überraschend. Dem FCO reichten sechs Treffer für seine zehn Punkte. Vor dem gegnerischen Tor gilt das Arambasic-Team als Minimalist. Auch daran lag es, dass Oberneuland nach Ansicht seines Trainers „zu wenig aus der Ausgangslage gemacht“ hat - hätten die Bremer nur eines der beiden letzten Spiele gewonnen, wären sie Tabellenvierter.

Der SSV Jeddeloh (1-5-3) befindet sich offenbar im Aufwind. Dem 1:0 in Oberneuland waren eine erwartbare Niederlage beim VfB Oldenburg (1:3) und ein spätes 1:1 gegen den SV Werder II vorausgegangen. Die vier Zähler aus den letzten drei Spielen reichten, um die Rote Laterne abzugeben und auf Rang acht zu klettern. Den Titel der Remis-Könige hat das Team von Oliver Reck angesichts von fünf Punkteteilungen aber trotz des ersten Saisonsieges sicher. Die Unentschieden unterstrichen regelmäßig eine wichtige Erkenntnis: Die Konkurrenz ist nicht stärker, denn sie vermochte den SSV nicht zu besiegen. Womöglich hält der Aufwind also noch eine ganze Weile an.

Der HSC Hannover (2-2-5) war mit einem 1:1 in Rehden in die Saison gestartet, hatte danach aber lange auf ein weiteres Erfolgserlebnis warten müssen. Immerhin gelangen gegen den FC Oberneuland (1:0) und bei Atlas Delmenhorst (1:0) aber zwei Erfolge. Sie unterstrichen, dass der HSC keineswegs chancenlos ist. Vor allem dann nicht, wenn er als Einheit auftritt. Trainer Martin Polomka: „Wir müssen aus den Möglichkeiten, die wir haben, das Beste rausholen, und das geht nur über geschlossene Mannschaftsleistungen und über den Teamgedanken.“

Hoppla, so schnell kann das gehen: Lange mischte der Lüneburger SK Hansa (1-2-5) im Mittelfeld der Staffel mit, doch nach dem 0:2 in Rehden rutschte das Team auf den letzten Platz ab. Dabei litt der LSK bei der dritten Niederlage in Folge auch unter den Personalproblemen in der Defensive. Aber das hilft nun natürlich wenig: Das Team von Teamchef Rainer Zobel und Cheftrainer Qendrim Xhafolli sollte schon bald an die guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen. Die gab es schließlich auch, etwa beim 2:0 beim HSC Hannover zum Saisonstart. Solche Spiele unterstreichen auch für das Schlusslicht: Noch ist nichts verloren.
 

 


(Text: Stefan Freye)

Social

Folgen und mehr erfahren:
NordFV bei FacebookNordFV bei TwitterNordFV bei Instagram