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Ein Quartett setzt sich ab

Die Lage der Liga (Staffel Nord)

(Foto: hansepixx.de)

Der Tabellenführer Holstein Kiel II (9-3-2) war zuletzt beschäftigungslos, wurde das Spiel beim VfB Lübeck doch auf den 17. Dezember verlegt. Zuvor war den kleinen Störchen ein 1:0-Erfolg gegen Phönix Lübeck gelungen. Der neunte Saisonsieg hatte zudem das elfte Spiel ohne Niederlage markiert. Wenn es nach dieser Partie also überhaupt ein Fragezeichen gab, so betraf es den Angriff. Die bis dato gefährlichste Offensive (28 Treffer) erzielte nach dem torlosen Remis gegen Weiche diesmal auch „nur“ ein Tor. Mal sehen, ob die erfolgreichen Kieler bald mal wieder den ein oder anderen Treffer nachlegen.

Auch der SC Weiche Flensburg (9-2-2) kam am Wochenende nicht zum Zuge. Der Zweite tritt erst am 2. Dezember gegen den HSV II an. Nach dem 0:0 gegen Spitzenreiter Holstein II hatte Weiche noch einen 2:0-Erfolg im Prestigederby beim VfB Lübeck folgen lassen. Es läuft also auch beim Topfavoriten der Staffel, die Flensburger sind seit vier Partien unbesiegt und haben das 1:2 gegen St. Pauli II zu Beginn des Oktobers längst vergessen lassen. Zudem befinden sie sich im Vergleich zum Spitzenreiter mit einem Spiel im Rückstand.

Mittlerweile auf den dritten Platz geklettert ist die SpVgg Drochtersen/Assel (8-5-2). Das verdankt sie allerdings auch ihren 15 Saisonspielen – kein Team der oberen Tabellenhälfte trat so oft an. Trotzdem: Das nun seit drei Partien siegreiche Team stellte seine gute Form unter Beweis und ist jetzt seit neun Spielen ungeschlagen. Dabei blieb die Spielvereinigung ihrer Linie weitgehend treu: Gerade 19 Tore gelangen in den 15 Duellen. Der Tabellendritte erzielt nicht so viele Tore wie die Konkurrenz um den Einzug in die Meisterrunde. Aber er erzielt offenbar die wichtigen Tore.

Mit Teutonia 05 Ottensen (7-6-1) war auch das dritte Team des Führungs-Quartetts zuletzt ohne Einsatz – die Hamburger hatten spielfrei. Das war insofern ein bisschen schade, da der Teutonia doch zuvor gerade erst die Beendigung einer Negativserie gelungen war. Nach vier Unentschieden in Folge hatte ein 1:3 gegen die SpVgg Drochtersen/Assel sogar die erste Saisonniederlage markiert. Erst dann kam das erlösende 4:0 über St. Pauli II. Die Erleichterung war groß beim Tabellenvierten. Mit einem Vorsprung von neun Punkten vor dem sechsten Platz ist das Team ja auch weiterhin auf einem guten Weg in Richtung der Meisterrunde.

Der Tabellenfünfte Eintracht Norderstedt (4-7-3) weist bereits einen Rückstand von achten Punkten zur Teutonia auf. Kein Zweifel: Nach dem vierten Platz klafft eine deutliche Lücke, es folgen derzeit vier, fünf Mannschaften, die sich noch Hoffnungen auf das letzte Ticket zur Meisterrunde machen. Sie werden angeführt von einer Eintracht, die zuletzt eine unangenehme Remis-Serie stoppen konnte. Denn auf ein 1:0 bei St. Pauli folgte am Wochenende ein glatter 4:0-Erfolg in Altona. „Wir sind neun Spiele in Folge unbesiegt, mit fünf Unentschieden und vier Siegen - jetzt sind wir im Rennen auf jeden Fall wieder gut dabei“, meinte Trainer Jens Martens.

Der Hamburger SV II (5-3-5) vermochte zuletzt einigen Boden gutzumachen – auch wenn er am Wochenende noch nicht zum Duell bei Weiche antreten konnte. Die Siege bei Phönix Lübeck (3:2) und gegen Altona (3:0) ließen das Nachwuchsteam aber aus dem Tabellenkeller auf den sechsten Platz klettern. Mit guten Aussichten auf einen Platz unter den ersten Fünf. Denn noch haben die Hamburger ihren Rückstand hinsichtlich der absolvierten Spiele ja nicht ganz aufgeholt. Bislang waren sie erst 13-mal im Einsatz – weniger als die meisten anderen Teilnehmer der Staffel Nord.

Auch der VfB Lübeck (5-2-6) darf noch auf die Nachholspiele hoffen, kommt er doch ebenfalls auf lediglich 13 Partien. Nach dem 0:2 gegen Flensburg verhinderte die Verlegung des Heimspiels gegen Holstein II das zweite Duell mit einem Spitzenteam in Folge. Nun kommt es zu den Partien beim HSV II und gegen Eintracht Norderstedt. Es liegt also eine Vorentscheidung in der Luft. Oder anders formuliert: Allzu viele Punkte sollte der Tabellensiebte wohl nicht verlieren, wenn er seine guten Chancen auf die Meisterrunde nicht verspielen möchte.

Der FC St. Pauli II (4-4-7) hat bereits 15 Spiele absolviert, und deshalb tut den Hamburger das 1:1 gegen den Heider SV auch weh. „Bis zum Schluss haben wir alles gegeben, um das zweite Tor zu machen. Wir haben vorne aktuell aber nicht die Durchschlagskraft, die man braucht, und die Überzeugung, noch einen Ball reinzuhauen", kommentierte Trainer Joachim Philipkowski die Punkteteilung. Ganz neu ist das Problem offenbar nicht: Die 18 Saisontore in 15 Spielen deuten an, dass im Angriff noch Luft nach oben ist.

Auch Phönix Lübeck (3-5-7) zählt angesichts von 19 Treffern in 15 Spielen nicht zu den offensivstärksten Teilnehmern der Staffel. Gleichwohl besitzt der Tabellenneunte mit einem Rückstand von fünf Punkten zumindest noch eine theoretische Chance auf die Meisterrunde. Er müsste nun allerdings mal wieder punkten. Beim 0:1 in Drochtersen kassierte Phönix am Wochenende bereits die dritte Niederlage in Folge. Die aktuelle Form spricht also auch nicht gerade für einen Platz unter den besten fünf Mannschaften.

Der Heider SV (2-3-10) landete zuletzt einen Achtungserfolg. Beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen St. Pauli II sicherte sich der Zehnte den ersten Punktgewinn nach zuletzt drei Niederlagen in Folge. Er wird dem Heider SV in der Tabelle aber wohl nicht wesentlich weiterhelfen. Bereits zehn Punkte fehlen bis zum fünften Tabellenplatz. Der Vorletzte wird die verbleibenden Spiele der Qualifikation nun nutzen, um sich auf die Abstiegsrunde vorzubereiten. Ein 1:1 auf St. Pauli kann da sicher helfen.

Das Schlusslicht Altona 93 (1-2-12) kassierte beim 0:4 gegen Norderstedt am Wochenende die fünfte Niederlage in Folge. Immerhin gab es danach aber ein Lob vom gegnerischen Trainer. „Bis zur 60 Minute hat Altona sehr gut mitgehalten“, meinte Eintracht-Coach Jens Martens. Die lange ausgeglichene Partie dürfte dem AFC die nun wohl anstehende Aufgabe ein wenig erleichtern: Sich besinnen auf die eigenen Stärken und dann mit neuem Mut in die Abstiegsrunde einziehen. Denn die verbleibenden fünf Partien werden ziemlich sicher nicht reichen, den Abstand von 14 Punkten auf Platz fünf noch wettzumachen – ganz abgesehen von der aktuellen Form der Hamburger.
 

Aktualisierter Restspielplan Staffel Nord


(Text: Stefan Freye)

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