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Ein Trio vorne weg

Die Lage der Liga (Staffel Nord)

(Foto: hansepixx.de)

Das 1:1 in Norderstedt verhinderte zwar den sechsten Sieg in Folge. Aber es besteht kein Zweifel: Teutonia 05 tritt in dieser Spielzeit überwiegend souverän auf und belegt als einziges noch ungeschlagenes Team der Staffel (6-3-0) auch zurecht die Spitzenposition. Daran kann man sich gewöhnen, und darin besteht offenbar auch eine Gefahr. „Wir hatten schon öfters so eine schleppende erste Halbzeit, dann konnten wir den Jungs in der Pause etwas mit auf den Weg geben, aber auch das hat heute nicht funktioniert“, meinte Dietmar Hirsch nach dem Remis in Norderstedt. Der Trainer musste also mitansehen, wie sein Team die eigenen Möglichkeiten nicht einmal phasenweise ausschöpfen konnte. Daran sollte man sich angesichts der starken Konkurrenz besser nicht gewöhnen.

Denn mit dem SC Weiche Flensburg sitzt der Teutonia ein offenbar ähnlich leistungsbereites Team im Nacken. Gewänne der Tabellenzweite sein Nachholspiel, würde er sogar die Spitzenposition einnehmen. Dabei resultiert die einzige Niederlage in der Flensburger Bilanz (6-1-1) aus der 0:1-Pleite bei der Teutonia im September. Wird in diesem Fern-Duell einmal mehr deutlich, dass es am Ende nicht auf die direkten Vergleiche, sondern eine konstante Leistung über mehrere Monate ankommt?

Sie hatten zuletzt spielfrei, die kleinen Störche von Holstein Kiel II. Das änderte aber nichts daran, dass der Tabellendritte zu den positiven Überraschungen der Saison zählt. Nach nur drei Punkten aus den ersten drei Partien hatten sich das Nachwuchsteam zunächst nach unten orientieren müssen. Dann folgten fünf Siege in Serie sowie ein wildes 4:4-Unentschieden in Norderstedt – und plötzlich zählt Holstein II zur Spitzengruppe (6-1-2). Es kann also sehr schnell gehen, gerade bei einer jungen Mannschaft. Aber das gilt nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre in beide Richtungen.

Die SpVgg Drochtersen/Assel (4-3-2) belegt den vierten Platz, und damit liegt das Team vom Elbdeich eigentlich genau dort, wo es erwartet worden war. Schließlich ist D/A immer vorn mit dabei, ohne den Anspruch auf die Ligaspitze zu erheben. Die klaren Niederlagen gegen Holstein II (0:3) und St. Pauli II (0:4) im September vermochten deshalb nicht unbedingt zur Spielvereinigung zu passen. Das respektable 0:0 in Flensburg am vergangenen Wochenende allerdings schon. Ein Torverhältnis von 11:12 deutet dabei an, wo der Schuh derzeit drückt: Noch mangelt es der Offensive an Durchschlagskraft.

Der VfB Lübeck (4-2-3) ist wieder da. Nach einem Jahr in der 3. Liga zählte der Absteiger zu den Topfavoriten auf den Titel – außerhalb von Lübeck. Beim VfB war man sich dagegen schon bewusst, dass der Neuaufbau in der Regionalliga nicht zwangsläufig von Spitzenpositionen begleitet werden würde. Und so ist es ja auch: Als Tabellenfünfter fällt das Team nicht unangenehm auf, ist von der Tabellenführung aber auch bereits ein Stück entfernt. Allerdings deutete der VfB seine Qualität immer mal wieder an. Ruft er sie irgendwann konstant ab, dürfte es noch einmal spannend werden.

Der FC Eintracht Norderstedt belegt als Sechster den ersten Rang der Abstiegsrunde (2-4-3). Er möchte dort also nicht bleiben. Um mindestens einen Platz gut zu machen, müsste die Eintracht allerdings ihre Möglichkeiten besser ausnutzen. Wirklich schlecht hat das Team bislang nicht gespielt. Aber es verschenkte den ein oder anderen Punkt – wie beim 1:1 gegen Teutonia. „Uns hat wie so oft in den vergangenen Wochen der entscheidende Punch gefehlt“, meinte Jens Martens nach dem Remis. Er sah in der Punkteteilung aber auch einen Anlass zur Hoffnung: „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Auf diese Leistung können wir aufbauen.“

Punktgleich mit der Eintracht belegt der Hamburger SV II den siebten Rang, befindet sich dabei aber mit einem Nachholspiel im Rückstand. Mit anderen Worten: Der HSV mischt ganz gut mit in der Staffel Nord. Nach drei sieglosen Partien gelang am Wochenende, nämlich beim 2:1 über den Heider SV, ja auch der dritte Saisonsieg (3-1-4). Es sieht ganz so aus, als ob die Hamburger Talente auf einem guten Weg wären. Die Teilnahme an der Meisterrunde haben sie jedenfalls noch längst nicht abgeschrieben.

Bei Phönix Lübeck dürfte man zufrieden sein mit dem achten Tabellenplatz und einer ordentlichen Bilanz (2-3-4). Am meisten freut man sich derzeit aber wohl über das 2:2 im Derby beim VfB. Ganze 32 Jahre musste man warten auf ein Duell um Punkte gegen den großen Nachbarn. Da liest sich ein Remis vor rund 6.000 Zuschauern doch recht anständig. Und wer weiß, was dieses Erlebnis auslöst? Völlig aufgeben mussten die Adler den Gang in die Meisterrunde ja noch nicht. Dazu besteht angesichts eines Rückstandes von nur fünf Punkten auch kein Anlass.

Bereits sechs Zähler fehlen dem FC St. Pauli II (2-2-5) zum fünften Rang. Das ist bereits ein ordentlicher Rückstand, aber er sagt nicht allzu viel aus. Denn die Hamburger kommen gewissermaßen von ganz unten: Gerade einen Zähler hatten die Kiezkicker aus den ersten fünf Partien gewonnen. Aus den letzten vier Spielen holte St. Pauli immerhin sieben Punkte. Da lässt sich vermutlich auch ein kleiner Dämpfer wie beim 2:2 in Altona am Wochenende verdauen. Auch für den Tabellenneunten ist noch etwas drin.

Beim Heider SV geht es nun erst einmal um den Anschluss. Der zehnte Tabellenplatz und insgesamt nur sechs Zähler (2-0-7) lassen derzeit nichts anderes zu. Dabei hatten sie beim HSV doch durchaus träumen dürfen: Innerhalb von nur vier Partien hatte das Team die Siege gegen Holstein II (2:1) und St. Pauli II (1:0) gefeiert. An der Konkurrenzfähigkeit mangelt es den Heidern also nicht. Nun kassierte man allerdings vier Niederlagen in Folge, und deshalb erinnert die Situation an die Vorjahre. Es bleibt eng, und nur, wenn der Vorletzte wieder mehr Kapital aus seinen Leistungen schlägt, besitzt er gute Chancen auf den Klassenerhalt.

Das gilt erst recht für Altona 93 (1-2-7), das Schlusslicht der Staffel. Der einzige Sieg der Hamburger gelang ausgerechnet gegen den Tabellennachbarn, ansonsten musste sich der AFC mit Unentschieden begnügen. Aber auch die haben natürlich eine Wirkung. Es ist angesichts der prekären Situation ja um so wichtiger, dass die Mannschaft von Zeit zu Zeit ihre Qualitäten in zählbare Erfolge umwandelt. Trotz der gerade mal fünf Punkte ist ja auch eigentlich noch nichts verloren.
 


(Text: Stefan Freye)

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