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"Es ist eine Sensation"

Teamchef Zobel über den Höhenflug des LSK

(Foto: hansepixx.de)

Die Leistung war ordentlich, übermäßig stark trat der Lüneburger SK Hansa jedoch nicht auf beim glücklichen 1:0-Heimerfolg über den SV Werder Bremen II zum Rückrundenauftakt. Aber die drei Punkte, sie waren wichtig. Mit dem Heimerfolg beendete der LSK nämlich eine Serie von drei Niederlagen in Folge. Bei Weiche Flensburg (1:5), gegen den BSV Rehden (1:3) und beim VfB Oldenburg (2:3) hatte es zuvor nichts zu holen gegeben. Trotzdem belegt das Team nun lediglich den elften Rang – und das mag eigentlich gar nicht passen zu einer Saison, die es überwiegend im ersten Drittel der Regionalliga Nord verbracht hatte.

„Aber der Abstand ist nicht so groß“, sagt Rainer Zobel, der Lüneburger Teamchef. Allerdings sei es gar nicht so wichtig, wie weit die Spitzengruppe gerade entfernt ist. „Uns geht es um den Abstand zum Relegationsplatz“, sagt der 71-Jährige. Stolze elf Punkte liegen mittlerweile zwischen dem Lüneburger SK und dem Heider SV auf Rang 15. Das tut gut. Die Lüneburger haben eben nicht vergessen, woher sie kommen. Nach der letzten Saison hatten sie den Relegationsplatz belegt. Der LSK tritt nur deshalb in der Regionalliga an, weil er sich gegen Eintracht Northeim, dem Zweiten der Oberliga Niedersachsen, in zwei entscheidenden Duellen durchsetzen konnte.

Insofern ist schon recht erstaunlich, was das Team um Zobel und Trainer Quendrim Xhafolli in der laufenden Spielzeit leistet. „Es ist nicht nur erstaunlich, es ist eine Sensation“, sagt der Teamchef lachend. Rainer Zobel macht den „Charakter der Mannschaft“ für die starke Saison verantwortlich. In Lüneburg werde eben viel Wert auf den Spaß an der Arbeit gelegt, und der Teamgeist sei noch wichtiger als an anderen Standorten. „Dabei darf man aber auch die Bedingungen nicht verkennen“, betont Zobel.

Die Bedingungen, unter denen die Kicker des LSK arbeiten, sind kein neues Thema. Eigentlich geht es bereits seit Jahren um sie. Im Stadtteil Goseburg wird trainiert, mit vielen Mannschaften und einem Flutlicht, das längst nicht alle Bereiche der Plätze ausleuchtet. „Wir brauchen erst einmal anständige Trainingsbedingungen“, sagt Rainer Zobel. Ein eigenes Stadion brauchten sie eigentlich auch. Aber in dieser Hinsicht hatte der LSK immerhin Glück im Unglück. Denn beim TuS Neetze wurde im Sommer die nächste Ausweichstätte gefunden. Einige Kilometer vor der Stadt fühlen sich Teamchef, Trainer und Team richtig wohl. „Wir sind willkommen und begeistert, wie wir aufgenommen wurden“, so Zobel.

Eine Dauerlösung verbindet er mit den Heimspielen in Neetze nicht. Schließlich liegen die Pläne für eine LSK-Arena längst in der Schublade, und irgendwann dürften sie auch mal verwirklicht werden. Aber das kann dauern. Und bis dahin bietet Neetze eine Spielstätte, in der das Team vernünftig und erfolgreich arbeiten kann. Das lässt sich auch der Statistik entnehmen. In ihren neun Heimspielen sammelten die Lüneburger nämlich 20 Punkte (6-2-1). Sie sind auf „eigener Anlage“ deutlich erfolgreicher als in den Auswärtsspielen (2-0-6). „Und wir haben unseren Zuschauerschnitt auf rund 700 gesteigert“, sagt Rainer Zobel.

Der Teamchef hat jedenfalls nicht bereut, dass er seinen Trainerposten im Sommer an den bisherigen Assistenten Quendrim Xhafolli abgegeben hatte. „Ich hatte ja kaum noch trainiert“, so Zobel. Er fand es deshalb nur konsequent, das Amt an den für die inhaltliche Arbeit verantwortlichen Co-Trainer abzugeben. Die Mannschaftsführung liegt ja auch nach wie vor bei Rainer Zobel, und sollten sich Teamchef und Trainer einmal nicht einig sein bei Personalentscheidungen, so liegt das letzte Wort beim Routinier, der einst als Profi mit dem FC Bayern erfolgreich und später als Trainer in der ganzen Welt aktiv war. Dabei kommt es Rainer Zobel nicht einmal darauf an, wie man ihn bezeichnet. „Ich habe gesagt: Ihn könnt mich nennen, wie ihr wollt.“ In Lüneburg stehen eben andere Dinge im Vordergrund – und das mit Erfolg.
 


(Text: Stefan Freye)

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