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„Froh über breiten Konsens“

NFV-Präsident Günter Distelrath vor dem außerordentlichen Verbandstag

(Foto: Niedersächsischer Fußballverband)

Die Zeiten bleiben schwierig und stellen für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung dar, schließlich ist die Corona-Pandemie noch immer ein Thema, auch im Fußball. Doch mittlerweile darf schon mal durchgeatmet werden. „So langsam normalisiert sich die Arbeit des NFV“, sagt Günter Distelrath, der Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes. Er weiß natürlich auch, dass noch ein langer Weg zu gehen sein wird. In diesen Tagen ist schließlich nicht klar, wann wieder der Ball rollt in den Regionalligen des Nordens. Ganz nebenbei steht am 25. Juni der außerordentliche Verbandstag des NFV auf dem Programm, bei dem der Abbruch der Saison 2019/2020 mit all seinen Auswirkungen beschlossen werden soll. Zudem gibt es noch eine Menge zu klären. Etwa in welchem Modus die aufgestockten Spielklassen ausgetragen werden oder in welchem Zeitraum wieder die normale Sollstärke der Regionalligen erreicht wird. Aber bis hierher hat alles recht gut geklappt. Die wichtigsten Aufgaben wurden zeitnah angegangen und abgearbeitet, und was besonders wichtig war: Das Vorgehen war jederzeit transparent. „Wir haben die Vereine rechtzeitig einbezogen und damit ein hohes Maß an Zustimmung erreicht“, betont Günter Distelrath.

Er weiß noch genau, wann alles begann: „Am 12. März gab es das Trainings- und Kontaktverbot, danach haben wir den Spielbetrieb unterbrochen.“ Es folgte eine Zeit der Ungewissheit. Dachte man zunächst an eine kurze Pause und die Fortsetzung der Spielzeiten, wurde nach und nach klar: Es wird eng. „Als klar war, dass es noch dauern würde, haben wir sofort den Kontakt zu den Vereinen gesucht“, erinnert sich der NFV-Präsident. Nach intensiven Diskussionen gab es verschiedene Modelle, von denen sich schließlich der Abbruch mit klarer Mehrheit durchsetzen konnte. Für die Regionalliga Nord der Herren bedeutete dies: Dem Verbandstag wird nun die Quotienten-Regelung ohne Absteiger, dafür aber gleich mit fünf Aufsteigern zur Beschlussfassung vorgeschlagen. „Mit der erheblich vergrößerten Staffel ist natürlich eine Herausforderung verbunden“, sagt Günter Distelrath, „ich bin aber sicher, wir werden im Austausch mit den Vereinen gute Lösungen finden.“

Nun aber kommt erst einmal der NFV-Verbandstag, in einer virtuellen Form, die es so noch nicht gegeben hat. Als „besondere Herausforderung“ bezeichnet der NFV-Präsident diese Veranstaltung. Vor allem muss ja sichergestellt werden, dass bei der Videokonferenz die 196 Delegierten-Stimmen des Verbandstages auch wirklich zur Geltung kommen - sei es als Wortmeldung oder mittels eines zuverlässigen Moduls bei Abstimmungen. Vor dem Ernstfall am 25. Juni wird es deshalb einige Testläufe geben. Am Verbandstag selbst soll dann unter anderen der Saisonabbruch beschlossen und damit endgültig für Planungssicherheit gesorgt werden. 

Es gibt aber danach noch eine Menge zu tun. Auch in Zukunft wird es dabei um die „bestmögliche Lösung“ für unsere RL-Vereine gehen, unterstreicht Günter Distelrath. Die schwierigen Zeiten sind nicht vorbei, solange Spiele unter Wettkampfbedingungen im Amateurbereich nicht erlaubt sind und auch Zuschauer nicht dabei sein dürfen. Distelrath: „Aber die Lockerungen in einigen Bundesländern stimmen zuversichtlich, und seriöse medizinische Analysen geben Hinweise darauf, dass beim Fußballspielen im Freien aufgrund der geringen Kontaktzeiten eine Infektion sehr unwahrscheinlich ist.“ 

Es gibt also Anlass zur Hoffnung. Zudem ist allen Beteiligten bewusst, dass die schwierige Zeit nur mit gegenseitigem Verständnis und Vertrauen zu meistern ist und es gelegentlich auch Zugeständnissen bedarf, so wie es der VfL Wolfsburg mit einer fairen Geste bei der Entscheidung zum Aufstieg des VfL Lübeck praktiziert hat. Für Günter Distelrath besteht deshalb der Anlass zu einem positiven Fazit: „Wir können insgesamt sehr froh sein über einen breiten Konsens und werden so auch die kommenden Aufgaben meistern.“ 

 


(Text: Stefan Freye)
 

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