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Jetzt wird es spannend

Die Lage der Liga - Staffel Nord

(Foto: hansepixx.de)

Der Spitzenreiter trat in den vergangenen Wochen mit einer gewissen Konstanz an: Seit sechs Partien wechseln sich Sieg und Unentschieden bei Holstein Kiel II (10-5-2) ab. Insofern verpassten die kleinen Störche angesichts des Ausfalls der Partie in Norderstedt (unbespielbarer Platz im Edmund-Plambeck-Stadion) womöglich den elften Saisonerfolg. Es deutet sich gleichwohl an, dass der Reserve im Endspurt ein wenig von der einstigen Souveränität abgeht. Angesichts eines Vorsprungs von neun Punkten auf Platz sechs können sich die seit dem vergangenen August unbesiegten Kieler aber durchaus mal eine Phase des Durchatmens erlauben.

Für den Tabellenzweiten SC Weiche Flensburg (10-3-3) gilt ebenfalls: Zum Ende der Qualifikation läuft es nicht mehr ganz so rund wie in den Wochen zuvor. Bevor sich Weiche am Wochenende mit einem 2:2 von Phönix Lübeck trennte, hatte das Team von Thomas Seeliger mit 0:1 gegen den HSV II verloren. „Wir haben zu wenig Tore geschossen – das muss man klar sagen“, meinte der Weiche-Coach nach der Punkteteilung am letzten Wochenende. Eine Aussage, die angesichts von nur drei Treffern in den vergangenen fünf Partien auch auf die letzten Wochen zu beziehen ist. Allerdings dürfen sich auch die Flensburger auf einem sehr guten Weg wähnen: Sie liegen sieben Punkte vor Platz sechs und befinden sich mit einem Spiel im Rückstand.

Bei Teutonia 05 Ottensen (8-6-3) wird es angesichts eines Vorsprungs von nur vier Punkten bereits ein wenig enger. Dafür verantwortlich sind vor allem die jüngsten Niederlagen, ein 0:3 gegen den VfB Lübeck und ein 1:5 beim HSV II am Wochenende. Zwischenzeitlich hatte man gedacht, die Teutonia hätte nach fünf sieglosen Spielen zurück in die Erfolgsspur gefunden. Mittlerweile droht das Team seinen ordentlichen Vorsprung aber zu verspielen. Dabei fehlte der Teutonia im Derby nicht einmal viel, sondern immer nur der berühmte Tick an Tempo, Einsatzwille und Kreativität. Das reichte, um auch dem Dritten zu attestieren: Nach anstrengenden Wochen macht sich offenbar ein gewisser Verschleiß bemerkbar.

Auch bei der SpVgg Drochtersen/Assel (8-6-3) lässt sich nicht gerade von erfolgreichen Wochen sprechen. Zuletzt war der Vierte zweimal ohne Spiel, und zuvor hatte er lediglich einen Punkt aus den Partien gegen Holstein II (1:1) und St. Pauli II (0:1) gewonnen. Da auch die Spielvereinigung nur vier Punkte vor dem sechsten Platz rangiert, muss sie sich ein wenig um den Einzug in die Meisterrunde sorgen. Aber für D/A gilt, was auch beim Tabellennachbarn Teutonia für Zuversicht sorgt: Ruft das Team sein Potenzial ab, sollte es schon reichen.

Der Tabellenfünfte Hamburger SV II (8-4-6) zählt zu den Gewinnern der vergangenen Wochen: Lediglich eine Niederlage gegen Holstein II (0:3) steht in der Bilanz. Aus den anderen sechs Spielen holte der HSV stolze 16 Punkte, und so zählen die Hamburger mittlerweile zu den aussichtsreichsten Bewerbern um einen Platz in der Meisterrunde. Dabei wurde nicht zuletzt beim fulminanten 5:1 gegen die Teutonia am Wochenende deutlich, dass die Form stimmt. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern auf den vorderen Plätzen scheint der HSV-Talentschuppen immer besser in Fahrt zu kommen. Aber das ist für ein junges Team ja auch nicht ungewöhnlich.

Ein glatter 5:1-Erfolg über den Heider SV ließ den Tabellensechsten VfB Lübeck (8-2-7) Schritt halten: Lediglich zwei Punkte fehlen zum HSV II, dabei haben die Lübecker aber noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Die 1.874 zufriedenen Zuschauer feierten am Wochenende zudem den dritten Sieg in Folge. Zuvor hatten Norderstedt (1:2) und Teutonia (0:3) den Kürzeren gegen den VfB gezogen. Mit der kleinen Serie wuchs die Erkenntnis: Wie der HSV vermag sich offenbar auch der Sechste zum Ende der Qualifikation zu steigern. Es bleibt spannend im Norden.

Das mit der Spannung gilt bis zum sechsten Platz. Der Tabellensiebte Eintracht Norderstedt (4-8-5) spielt nach realistischer Einschätzung keine Rolle mehr im Rennen um die Meisterrunde. Es müsste wohl schon sehr gut laufen, damit die Eintracht in ihren drei verbleibenden Spielen den um acht Punkte besseren HSV noch abfängt – und dann ist dazwischen ja auch noch der VfB Lübeck platziert. Woran es liegt, ist der Bilanz noch immer recht gut zu entnehmen: Die Norderstedter gelten mit acht Unentschieden als Remis-Könige der Staffel. So manche Punkteteilung konnte sich sehen lassen, nicht selten wurden auf diese Weise aber auch wertvolle Zähler vergeben.

Mit dem FC St. Pauli (5-5-8) beginnt auf Platz acht die Zone jener Teams, die keine Chance mehr auf den Einzug in die Meisterrunde haben. Für die Hamburger gilt, was auch der Eintracht aus Norderstedt einen Strich durch die Rechnung gemacht haben dürfte: Das Potenzial ist vorhanden, aber es wird nicht mit der nötigen Konstanz abgerufen. Dabei sah es gerade bei St. Pauli immer mal wieder danach aus, als ob der Knoten geplatzt sei. Noch im Oktober hatte das Team sogar den fünften Platz belegt, ehe eine Negativserie für den Verlust wichtiger Punkte sorgte.

Auch Phönix Lübeck (4-6-7) kann sich nun auf die Abstiegsrunde vorbereiten. Dabei zählte der Tabellenneunte noch vor wenigen Wochen zu den Kandidaten auf einen Platz unter den besten Fünf. Dann folgte eine Serie von drei Niederlagen, und schon war der Anschluss verloren. Daran vermochte auch das respektable 2:2 in Flensburg nichts zu ändern. Selbst ein Sieg beim Topteam hätte die Chance auf die Meisterrunde nicht erhalten. Aber für Phönix gilt: In die Abstiegsrunde geht es mit einer ganzen Menge an Punkten.

Vier Spiele bleiben dem Heider SV (2-3-11) noch in der Qualifikation. Längst steht fest, dass der Zehnte in die Abstiegsrunde einziehen wird. Aber die letzten Spiele möchte der HSV natürlich nutzen, um noch möglichst viele Punkte zu sammeln – schließlich geht es in den kommenden Wochen verstärkt gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte, also gegen vermeintliche Konkurrenten der Abstiegsrunde. Dabei sollte es besser laufen als bei der glatten 1:5-Auswärtsniederlage gegen den VfB Lübeck.  Immerhin stimmte in diesem Spiel aber die Moral. „Ich kann unseren Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben alles rausgehauen. Am Ende hat es nicht gereicht“, meinte Co-Trainer Markus Wichmann in Vertretung des erkrankten Sönke Beiroth.

Auch für Altona 93 (1-2-13) gibt es seit Wochen nur noch ein Ziel: Sich vorzubereiten auf die Abstiegsrunde und dabei möglichst viele Punkte einsammeln. Das klappte zuletzt nicht so gut, wartet das Schlusslicht doch seit sechs Partien auf einen Punktgewinn. Obwohl der AFC neben dem Heider SV die wenigsten Partien bestritten hat, steht der Tabellenelfte angesichts seiner 47 Gegentreffer für die mit Abstand erfolgloseste Defensive der Staffel. Die Hamburger müssen wohl unbedingt etwas tun, um ihre Abwehr zu stabilisieren.
 

 


(Text: Stefan Freye)

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