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„Im gesamten Verein möchte keiner diese Regionalliga wieder verlassen"

Die Aufsteiger und ihre ersten Monate in der Regionalliga Nord: FC Oberneuland

Seit Juli 2017 an der Seitenlinie des FCO: Kristian Arambasic (Fotos: hansepixx.de)

Die Freude war groß im Sommer: Gleich fünf Teams durften den Gang aus ihrer Oberliga in die Regionalliga Nord antreten. Im September wurde die Saison gestartet, bis zum November konnte um Punkte gespielt werden – dann folgte der noch aktuelle Lockdown. Ein reines Vergnügen ist diese Spielzeit also nicht. Aber gut ist sie irgendwie trotzdem….

FC Oberneuland

Es hätte zweifellos schlechter laufen für die Bremer: Stolze zwölf Punkte sammelte der FCO in seinen zehn Partien. Das ist ein Erfolg, und dieser Erfolg ist „kein Zufall“, betont Trainer Kristian Arambasic. Dabei lässt sich die Entwicklung seines Teams relativ gut einordnen. Die ersten beiden Partien, nämlich die Niederlagen gegen den TSV Havelse (0:2) und den VfB Oldenburg (0:1), habe die Mannschaft benötigt, um zu lernen. Es sei dabei vor allem darum gegangen, wie sehr selbst kleine Fehler in der neuen Spielklasse zu sehr negativen Folgen führen können. Zudem habe das Team gemerkt, dass es an Kraft zulegen muss. „Wir waren konditionell zu schwach“, so Arambasic. 

Seine Mannschaft lernte schnell, denn gleich darauf schloss sich eine sehr wichtige Phase an. Mit dem glücklichen 1:0 beim SSV Jeddeloh verbindet der Trainer einen „Aha-Effekt“: Da habe seine Mannschaft gemerkt, dass Siege auch in der neuen Liga drin sind. Der 1:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg II vermochte diese Erkenntnis zu festigen. Danach sei klar gewesen: „Wir können mithalten.“ Selbst die knappe 2:3-Niederlage bei Hannover 96 II hatte für Arambasic einen positiven Effekt: „Die Euphorie bei 96 war danach groß, und so haben wir gemerkt, dass wir auch von den Gegnern ernst genommen werden.“ Nach bereits fünf Spielen war der FC Oberneuland also angekommen in der neuen Spielklasse. Er unterstrich dies mit einem 1:0 im Derby gegen Atlas Delmenhorst, musste dann aber die Partien beim BSV Rehden (0:3) und dem SV Werder Bremen II (1:4) sowie gegen den VfV Hildesheim (1:0) verloren geben. Das vorerst letzte Duell endete angesichts eines 3:1-Erfolgs beim HSC Hannover dagegen wieder mit einem positiven Erlebnis.

Ein positives Erlebnis, das verbindet Kristian Arambasic auch mit der gesamten Saison - trotz der aktuellen Unterbrechung. Das liegt natürlich zum einen an der guten Entwicklung seiner Mannschaft. Der Trainer kann sich noch gut daran erinnern, wie schwierig die ersten Wochen verliefen. Nach den beiden Niederlagen zum Auftakt sei der Frust „riesengroß“ gewesen. Obwohl man sich gedanklich natürlich auf eine veränderte Situation eingestellt hatte, war die Umstellung mit einer großen Herausforderung verbunden. „Wir hatten nur noch 30 Prozent Ballbesitz und sind dem Gegner hinterhergerannt“, so Arambasic. Aus einem FCO, dessen spielerische Eignung nicht infrage gestanden hatte, musste also eine Mannschaft werden, die sich auch in läuferischer und kämpferischer Hinsicht auf Augenhöhe bewegt. Das gelang dem Arambasic-Team in kurzer Zeit.

Als positiv bezeichnete Trainer allerdings auch die Stimmung in Oberneuland: „Im gesamten Verein möchte keiner diese Regionalliga wieder verlassen, wir alle lechzen nach dem Klassenerhalt.“ Natürlich sei es „extrem bitter“, dass zunächst nur sehr wenige und später gar keine Zuschauer mehr an den Spielen beteiligt waren. Die top-gepflegten Plätze und die schönen Stadien haben es dem Trainer des Aufsteigers allerdings angetan: „Das ist eine ganz andere Nummer als die Oberliga.“ Zudem sieht er sich in der täglichen Arbeit auch deutlich mehr gefordert. „Ich mache mir viel mehr Gedanken bei der Gegner-Analyse, und das macht einfach Spaß“, sagt Kristian Arambasic.

 


(Text: Stefan Freye)

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