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„Es ist richtig geil, gegen die zweiten Mannschaften zu spielen“

Die Aufsteiger und ihre ersten Monate in der Regionalliga Nord: SV Atlas Delmenhorst

(Foto: SV Atlas Delmenhorst; Startseite: hansepixx.de)

Die Freude war groß im Sommer: Gleich fünf Teams durften den Gang aus ihrer Oberliga in die Regionalliga Nord antreten. Im September wurde die Saison gestartet, bis zum November konnte um Punkte gespielt werden – dann folgte der noch aktuelle Lockdown. Ein reines Vergnügen ist diese Spielzeit also nicht. Aber gut ist sie irgendwie trotzdem….

SV Atlas Delmenhorst

Mit der neuen Liga kamen die neuen Gegner. Allein die Nachwuchsteams der Bundesligisten, gespickt mit gut ausgebildeten Spielern, die auf einem guten Weg in eine der Topligen sind, haben es Key Riebau angetan. „Es ist richtig geil, gegen die zweiten Mannschaften zu spielen“, sagt der Atlas-Coach. Ganz nebenbei war der Aufstieg in die Regionalliga Nord noch mit dem ein oder anderen Derby verbunden. Die Duelle gegen den VfB Oldenburg, SSV Jeddeloh, BSV Rehden oder den Bremer Teams SV Werder II und FC Oberneuland entfalten natürlich auch einen gewissen Reiz. So gesehen sammelte Key Riebau eine ganze Menge interessanter Erfahrungen in den vergangenen Monaten.

Aber sicher ist auch: Sportlich hätte es für Atlas schon etwas besser laufen können. Ganze zwei Punkte sammelte das Riebau-Team in seinen sieben Saisonspielen. Kein Wunder, dass es den letzten Platz in der Staffel Süd belegt. „Es ist ärgerlich, mit so wenig Punkten dort unten zu stehen“, findet der Trainer wenig überraschend. Aber Key Riebau betont auch: „Es ist sowieso schwierig, diese Saison zu bewerten.“ Noch befinden wir uns ja mittendrin in der Corona-Zeit. Seit dem vergangenen November ruht der Spielbetrieb, und schon zuvor hatte Atlas den einen oder anderen Spielausfall zu beklagen. Der Neuling hängt der Konkurrenz nicht nur in Bezug auf die Punkte, sondern auch hinsichtlich der absolvierten Saisonspiele hinterher. Es ließe sich auch ganz anders formulieren: Bislang lief einfach sehr viel gegen Atlas Delmenhorst.

Es begann schon mit dem Auftakt und einem ausgesprochen knappen 1:2 bei Hannover 96 II, „Da haben wir ein super Spiel gemacht“, erinnert sich Riebau. Ein durchaus respektables 0:0 beim SV Werder II hatte sich angeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war eigentlich noch alles in Ordnung, und es bestand eine Menge Hoffnung auf die kommenden Wochen. Dann sollte aber eine 1:6-Niederlage gegen den damals in Topform befindlichen TSV Havelse folgen. Sie vermochte die Stimmung natürlich nicht zu heben. Einem recht ordentlichen 1:1 gegen den BSV Rehden schlossen sich schließlich die Niederlagen gegen den VfV06 Hildesheim (2:3), HSC Hannover (0:2) und den FC Oberneuland (0:1) an – und zwar innerhalb von rund einer Woche. „Ich würde sie lieber streichen“, sagt Key Riebau. Eine ganze Menge ist 2020 in sportlicher Hinsicht wirklich gut gelaufen für Atlas Delmenhorst. Die acht Tage aus dem vergangenen Oktober markierten dagegen einen Tiefpunkt, und sie sorgten maßgeblich dafür, dass sich Atlas nun in einer schwierigen Situation befindet.

Dabei war viel Pech im Spiel, und dazu zählen sicher auch die Spielausfälle angesichts einer notwendigen Quarantäne der Mannschaft. Dem Team von Key Riebau wurde die Chance genommen, sich vor dem aktuellen Lockdown zu rehabilitieren. „Wir haben Vieles richtig gemacht und hätten mehr Punkte verdient“, betont der Trainer. Andererseits führe kein Weg daran vorbei, dass einfach „zu wenig“ herausgekommen ist. Für Riebau und sein Trainerteam war dies der Anlass zu einer intensiven und konstruktiven Analyse der vergangenen Monate. „Da ging es um mehrere Sachen“, sagt der Trainer.

Was er nicht sagt: Natürlich litt ein Team wie Atlas Delmenhorst ganz besonders darunter, dass die Spiele überwiegend ohne Zuschauer ausgetragen werden mussten. Im Stadion an der Düsternortstraße herrscht für gewöhnlich ja eine ganz besondere Stimmung, und auf Auswärtsfahren wird die Mannschaft auch von zahlreichen Anhängern begleitet. Dass sie nun fehlen, möchte Key Riebau aber nicht als Erklärung für den durchwachsenen Saisonverlauf heranziehen. Allerdings sagt er auch: „Sie sind schon unser 12. Mann, und der ist uns nun weggebrochen.“ Dabei ist ziemlich sicher, dass so bald keine Zuschauer zugelassen sein werden. Klar ist jedoch auch: In Delmenhorst ist man sich bewusst über die Situation. Es fehlen Punkte, aber es fehlte nicht viel, denn das Team konnte mithalten. Der Optimismus ist deshalb ungebrochen, bei Atlas möchten sie zeigen, wozu die Mannschaft in der Lage ist. „Wir sind heiß“, sagt Riebau.
 


(Text: Stefan Freye)

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