News

Viele Bewerber für Platz fünf

Die Lage der Liga (Staffel Nord)

(Foto: hansepixx.de)

Das Topspiel blieb dem Spitzenreiter SC Weiche Flensburg (10-2-2) verwehrt. Die Partie bei Teutonia musste nach positiven Corona-Tests beim Gegner abgesagt werden. Gleichwohl befinden sich die mittlerweile seit fünf Partien siegreichen Flensburger im Soll. Sie führen die Liga mit einem Punkt vor dem Zweiten aus Kiel an und haben jetzt noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Offenbar greift bei Weiche derzeit ein Rad ins andere, und die Auftritte werden zudem von viel Engagement begleitet. „Fußball ist immer Arbeit, und wir haben gut gearbeitet“, hatte Trainer Thomas Seeliger nach dem 2:1 bei Eintracht Norderstedt betont.

Der Verfolger Holstein Kiel II (9-4-2) war am Wochenende ebenfalls ohne Spiel – er tritt erst an diesem Montag zum Duell beim HSV II an. Ihre letzte Partie absolvierten die Störche gegen die SpVgg Drochtersen/Assel, von der sie sich mit einem 1:1-Unentschieden trennten. Nun ist eine Punkteteilung mit dem Tabellenvierten sicher ein ordentliches Ergebnis. Allerdings fiel schon auf, dass die zuvor so treffsichere Offensive auch in dieser Partie nicht an die Erfolge der Vorwochen anknüpfen konnte: Gerade zwei Treffer gelangen Holstein II in den vergangenen drei Partien.

Nach den positiven Corona-Tests fragt man sich beim Dritten Teutonia 05 Ottensen (8-6-1), wie es kurzfristig weitergeht. Eines steht aber fest: In sportlicher Hinsicht haben die Hamburger zurück in die Spur gefunden. Denn dem 4:0 gegen St. Pauli – es hatte eine Serie von fünf sieglosen Partien beendet – schloss sich am vorletzten Spieltag ein glattes 5:1 gegen Altona 93 an. Dabei war Trainer Dietmar Hirsch mit der Defensivleistung seines Teams nicht einmal vollauf zufrieden: „Wir haben zwar 5:1 gewonnen, aber wenn unser Torwart gelobt wird, dann kann nicht alles richtig gewesen sein.“ Es liegt vermutlich noch ein wenig Arbeit vor der Teutonia. Doch die grobe Richtung stimmt erst einmal wieder.

Die SpVgg Drochtersen/Assel (8-6-3) ist das einzige Team aus dem Spitzenquartett, dass zwei Spiele an den beiden letzten Spieltagen absolvierte. Dabei blieb der Vierte allerdings ohne Sieg, schloss sich dem respektablen 1:1 gegen Holstein II am Wochenende doch ein 0:1 bei St. Pauli II an. In diesem Spiel machte sich erneut bemerkbar, was die Spielvereinigung bereits seit dem Saisonstart begleitet: Ihre 20 Tore in 17 Partien liegen deutlich unter dem Niveau der anderen Spitzenteams. Der erneute Ausfall von Kapitän Alexander Neumann macht es sicher nicht besser: Angesichts einer OP muss die Spielvereinigung nun sogar einige Monate auf den noch torlosen Routinier verzichten.

Der Hamburger SV II (6-3-5) ist nun seit drei Partien siegreich und entschied zuletzt auch das so wichtige Duell mit dem VfB Lübeck (6.) für sich. Das Nachwuchsteam streitet sich nun mit drei, vier weiteren Mannschaften um den begehrten fünften Tabellenplatz, hat aber vor dem Nachholspiel gegen Holstein II an diesem Montag mindestens ein Spiel weniger absolviert als die Konkurrenz. So oder so: Hinter dem HSV liegt eine gute Entwicklung. "Im Hinspiel waren wir unterlegen und haben verdient verloren. Das wollen wir diesmal besser machen. Dafür haben wir durch die Siege in den letzten drei Spielen Selbstvertrauen getankt und wollen den Schwung mit in das Spiel nehmen“, sagt HSV-Coach Pit Reimers zum Duell mit den kleinen Störchen.

Das tat gut: Nach zwei Niederlagen in Folge sicherte sich der VfB Lübeck (6-2-7) beim 2:1 über Eintracht Norderstedt drei wichtige Punkte. Dabei gelang es dem VfB zum ersten Mal in dieser Spielzeit, einen Rückstand in einen Sieg zu verwandeln. Ein gutes Zeichen für die Moral. Tritt das Team nun konstanter auf als in den vergangenen Wochen, könnte der Einzug in die Meisterrunde noch immer gelingen. Mit dem dreifachen Punktgewinn gegen den direkten Konkurrenten aus Norderstedt scheint jedenfalls ein guter Anfang gemacht zu sein.

Beim Tabellensiebten Eintracht Norderstedt (4-7-5) wird bereits angesichts der schlichten Bilanz ein Problem deutlich: Das Team von Jens Martens teilte zu oft die Punkte und feierte zu wenig Siege. Zuletzt ging das Duell beim direkten Konkurrenten VfB Lübeck sogar verloren. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat kämpferisch und läuferisch alles gebracht“, meinte der Trainer nach dem 1:2. Er hatte aber auch schon anders geklungen und den „letzten Punch“ bei seiner Mannschaft vermisst. Soll heißen: An der Qualität mangelt es der Eintracht sicher nicht. Aber sie tut sich bisweilen schwer, diese gewinnbringend umzusetzen und sich durch entschlossene Offensivaktionen für den Aufwand zu belohnen.

Nun ist auch der FC St. Pauli II (5-4-8) wieder im Geschäft: Das 1:0 gegen die SpVgg Drochtersen/Assel ließ das Team von Joachim Philipkowski auf den achten Platz klettern. Zwar hatte der Trainer das Rennen um die Aufstiegsrunde bereits aufgegeben. Aber insgeheim wird man bei St. Pauli sicher noch auf den fünften Platz hoffen. Allerdings hat der HSV II nicht nur zwei Punkte mehr auf dem Konto, sondern auch drei Spiele weniger absolviert. Insofern steht fest: Es darf nicht mehr allzu viel passieren. Sollte St. Pauli dann in die Abstiegsrunde einziehen, dann liegt das vermutlich in erster Linie an den durchwachsenen letzten Wochen: Vorm Sieg über D/A hatten die Hamburger fünf Spiele lang nicht gewonnen (0-2-3).

Ein bisschen Boden verloren hat Phönix Lübeck (4-5-7). Das Team war zuletzt spielfrei, vermochte den Schwung vom 2:0 über St. Pauli also nicht gleich mitzunehmen. Dabei würde wohl nur eine kleine Serie noch zum Gang in die Meisterrunde verhelfen. Gerade vier Spiele verbleiben Phönix, um die vier Punkte zum fünften Platz noch aufzuholen. Das ist machbar, erscheint angesichts der auch zahlenmäßig stark vertretenen Konkurrenz aber recht ambitioniert. Der Trost der Adler: Der Tabellenneunte der Staffel Nord würde sicher mit einer breiten Brust in die Abstiegsrunde einziehen.

Der Tabellenzehnte Heider SV (2-3-10) war beschäftigungslos am Wochenende, musste das Duell beim Schlusslicht doch abgesagt werden - der unbespielbare Platz in der Adolf-Jäger-Kampfbahn ließ keine Partie zu. Der HSV aus Schleswig-Holstein wartet nun bereits seit drei Wochen auf einen Einsatz und steht am kommenden Wochenende in Flensburg vor einer denkbar schweren Aufgabe. Dabei werden die Heider vermutlich daran arbeiten, was ihnen bislang eine bessere Platzierung gekostet hat: 13 Tore aus 15 Spielen sind zu wenig, um einen Anspruch auf den Einzug in die Meisterrunde erheben zu können.

Das Schlusslicht Altona 93 (1-2-13) erzielte seine 13 Tore in 16 Partien, trat also ähnlich erfolglos vor dem gegnerischen Tor an. Was den Hamburgern am Ende aber in erster Linie einen Strich durch die Rechnung machte, sind die 47 Gegentreffer. Keine andere Mannschaft der Staffel Nord kassierte auch nur annähernd so viele Tore. Wenn es im Hinblick auf die mittlerweile fest gebuchte Abstiegsrunde also etwas zu verbessern gilt, dann ist es zweifellos die Defensive.
 


(Text: Stefan Freye)

Social

Folgen und mehr erfahren:
NordFV bei FacebookNordFV bei TwitterNordFV bei Instagram