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Weiche profitiert vom Unentschieden im Topspiel

Zusammenfassung 5. Spieltag Regionalliga Nord

(Foto: hansepixx.de)

Da geht offenbar etwas in Hildesheim: Angesichts eines 0:0 gegen den VfB Lübeck untermauerte der VfV seine gute Form. Profitieren von der Punkteteilung konnte auch Weiche Flensburg, das dank eines 2:1 bei Kiel II wieder an die Spitze kletterte.
 
Hoppla, der Spieltag begann mit einem Paukenschlag: Nach drei Niederlagen in Folge schoss sich Hannover 96 II beim 4:0-Derbysieg über den TSV Havelse offenbar viel Frust von der Seele. Dabei war man bei 96 II mit einer Erkenntnis ins Spiel gestartet: Die Mannschaft hatte zuvor zu viele Chancen für einen Torerfolg benötigt. Nun unterstrichen die Treffer von Ekin Celebi (39.), Franck Evina (50.), Marin Popovic (79.) und Monju Momuluh (82.), dass es auch ganz anders geht. Dabei profitierte der Gastgeber aber offenbar auch von einer Überzahl: Nach einer Notbremse hatte Havelses Schlussmann Tom Opitz bereits in der ersten Halbzeit die Rote Karte gesehen (36.)
 
So konnte es ja auch nicht weitergehen: Nach drei Heimniederlagen gewann Phönix Lübeck beim 2:1 (0:0) über den BSV Rehden erstmals drei Punkte auf eigenem Platz. Der Sieg im Adlerhorst hing indes am seidenen Faden: Zunächst war Rehdens Ebrima Jobe mit einem Foulelfmeter gescheitert (40.), dann glückte Hendrik Wurr die Phönix-Führung (58.), die wiederum Jobe in der Schlussphase zum 1:1 ausglich (79.). Es roch bereits sehr stark nach einer Punkteteilung, als Ebrahim Farahnak in der Nachspielzeit doch noch zum umjubelten Siegtreffer nachlegte (90.+3).
 
So sieht eine Wiedergutmachung aus: Wenige Tage nach dem 1:3 gegen Hildesheim gewann Weiche Flensburg das Schleswig-Holstein-Derby bei Holstein Kiel II mit 2:1 (0:0) und kletterte wieder an die Spitze der Regionalliga Nord. Dabei hatte Marcel Cornils (50.) die frühe Führung erzielt, und Christopher Kramer (73.) den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Laurynas Kulikas (71.) postwendend mit dem Siegtreffer beantwortet. Einmal mehr gingen die kleinen Störche also leer aus, gerade zwei Punkte sammelte das Team in seinen fünf Partien. Da war es nur ein schwacher Trost, dass die Kieler auch gegen Weiche nicht die schlechtere Mannschaft stellten.
 
Der Gastgeber wartet weiter auf den ersten Punktgewinn, aber bei Eintracht Norderstedt hat sich etwas getan: Dank eines 3:0 (2:0)-Erfolgs bei Kickers Emden sicherte sich das Gästeteam im fünften Anlauf den ersten dreifachen Punktgewinn. Die Treffer von Elias Saad (20.) und Yannik Nuxoll (29.) hatten bereits vor der Pause den Grundstein gelegt, nach dem Wechsel gelang erneut Saad (56.) der Treffer zum Endstand. Er hinterließ einen Gastgeber, der nun als einziges Team der Liga noch ohne Punktgewinn ist.
 
Ein Spiel mit großem Unterhaltungswert lieferten sich der FC St. Pauli II und Blau-Weiß Lohne beim 3:3 (1:2)-Unentschieden. Zunächst war der Neuling aus Lohne durch Phil Sarrasch (16.) und Bennet van den Berg (40.) zweimal in Führung gegangen, die jeweils von St. Paulis Serhat Imsak (38./60.) ausgeglichen wurde. Nach der Roten Karte gegen Christian Düker (77., Notbremse) schien der Gastgeber auf einem guten Weg, und tatsächlich stellte der eingewechselte John Xaver Posselt (83.) in der Schlussphase erstmalig die Hamburger Führung her. In der Schlussminute vermochte Phil Sarrasch (90.) allerdings mit seinem zweiten Treffer für den Ausgleich in Unterzahl zu sorgen. Weil er beim ausgelassenen Jubel gegen die Eckfahne trat, musste der Torschütze den Platz kurz darauf aber mit der Gelb-Roten Karte verlassen – und sein Team die sechsminütige Nachspielzeit mit neun Spielern überstehen.
 
Diese englische Woche hat sich gelohnt: Beim 1:0 (0:0)-Heimerfolg über Atlas Delmenhorst landete der SV Werder II den dritten Sieg in Folge. Dabei war der Gastgeber bis zum Tor des Tages durch Kapitän Philipp Bargfrede (59.) optisch überlegen gewesen, geriet danach aber unter Druck. Am Ende verdankte es der SVW nur einer sehr engagierten Abwehrleistung, dass er auch das dritte Spiel für sich entscheiden konnte und Atlas erstmalig als Verlierer den Platz verließ.
 
Nach zwei Unentschieden in Folge hat es den Hamburger SV II nun erwischt: Das Nachwuchsteam kassierte beim 1:4 (0:2) im Auswärtsspiel gegen die SpVgg Drochtersen/Assel die erste Saisonniederlage. Der Gastgeber traf durch Sebastian Haut (4.), Fabio Parduhn (39.), Nico von der Reith (48., FE) und Marcell Sobotta (60.), während Leon Sommer (55.) nur zum zwischenzeitlichen 1:3 für den HSV verkürzen konnte. Der Spielvereinigung glückte mit dem Heimerfolg zugleich die Wiedergutmachung der 1:3-Pleite beim FC St. Pauli am letzten Mittwoch – von Angstgegnern in Gestalt der Hamburger Nachwuchsmannschaften kann also keine Rede sein.
 
Man hätte es sich denken können: Das Spitzenspiel endete mit einem torlosen Remis. Weder der VfV Borussia 06 Hildesheim noch der VfB Lübeck vermochten einen Treffer zu erzielen, und so kletterte Weiche Flensburg vorbei am Duo wieder an die Tabellenspitze. Allerdings: Die Punkteteilung ist zumindest mit einer kleinen Überraschung verbunden, galt der VfB Lübeck als aussichtsreichster Anwärter auf den Meistertitel doch auch in Hildesheim als Favorit. Dass der VfV diesem Gegner einen Punkt abnehmen konnte, ist deshalb womöglich ein Zeichen für die Zukunft: Der gute Start der Hildesheimer war kein Zufall und offenbar auch nicht dem Spielplan geschuldet. Mit ihnen ist auch in den kommenden Monaten zu rechnen.
 
Ausgerechnet gegen den zuvor so starken SSV Jeddeloh gelang dem Bremer SV der erste Saisonsieg: Justin Sauermilch (8.), Onur Uzun (25. FE) und Kevin Kling (38.) hatten bereits eine 3:0-Führung für den Neuling vorgelegt, ehe der Gast im zweiten Durchgang aufdrehte. Allerdings reichte der Doppelschlag von Julian Bennert (53.) und Simon Brinkmann (54.) nicht aus. Eine Punkteteilung war dagegen möglich angesichts des Foulelfmeters von Michel Leon Hahn, der allerdings an BSV-Schlussmann Malte Seemann scheiterte (85.). Doppeltes Pech: Nur wenige Minuten zuvor hatte der Gast den erst zur Pause eingewechselten Miguel Fernandes nach einer Gelb-Roten Karte verloren (82.).

 


(Text: Stefan Freye)
 

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