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"Wir hoffen auf die Rückrunde"

Daniel Prause zur Situation beim TV Jahn Delmenhorst

(Foto: Archiv / hansepixx.de)

Es ist nicht alles schlecht, aber es sieht doch relativ schlecht aus: Ende September hatten die Kickerinnen des TV Jahn Delmenhorst beim 2:1-Erfolg über den Eimsbütteler TV den ersten Saisonsieg gefeiert. Er sorgte für eine Hoffnung, die sich nicht erfüllte. Denn in den folgenden acht Partien gab es nichts zu holen, und so belegt das Team von Daniel Prause mit lediglich drei Zählern den letzten Platz in der Frauen-Regionalliga Nord. In der Bilanz steht die eine oder andere knappe Niederlage, aber eben auch „zwei, drei Spiele mit einem Klassenunterschied“, wie der Trainer einräumt. Für Daniel Prause hat sich indes nicht allzu viel verändert in den vergangenen Wochen: „Unser Plan war, uns in die Winterpause zu retten.“
 
Dazu muss man wissen: Hinter dem Trainer und seinem Team liegt eine ziemlich schwierige Vorbereitung. Erst im August war Prause – in der vergangenen Spielzeit noch Trainer der Herren des Regionalliga-Absteigers FC Oberneuland – zum TV Jahn gekommen. Viele Spielerinnen der Vorsaison waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da, sie hatten sich angesichts der ungeklärten Trainerposition in Delmenhorst nach anderen Vereinen umgesehen. Die Liste der Abgänge umfasste rund ein Dutzend mehr oder weniger arrivierter Namen. Den von großer Zeitnot getriebenen Aufbau eines neuen Teams hatte Daniel Prause bereits damals als „Riesen-Kraftakt“ beschrieben. Er sagt heute: „Dass es so schwer werden würde, war uns nicht bewusst.“
 
Der Sieg über den aktuellen Vorletzten aus Eimsbüttel war am Ende jedenfalls das einzige Erfolgserlebnis der vergangenen Wochen. Ihm hatten sich knappe 0:1-Niederlagen bei Hannover 96 und gegen den SV Meppen II angeschlossen. Dann wurde es mehr oder weniger eindeutig: Gegen Holstein Kiel (1:8), St. Pauli (1:5), den Osnabrücker SC (1:3), TSV Barmke (0:4), SV Henstedt-Ulzburg (0:4) und den ATS Buntentor (0:6) am letzten Wochenende gab es nichts zu holen. Mittlerweile verbindet sich mit dem Misserfolg des TV Jahn nicht nur ein letzter Tabellenplatz. Es ist vor allem der große Abstand zur Konkurrenz: Bereits Eimsbüttel hat fünf Punkte mehr auf dem Konto, zum regulären Nichtabstiegsplatz fehlen mittlerweile acht Zähler.
 
Dabei macht es dem Trainer nach wie vor Spaß. „Es bereitet mir eine Mega-Freude“, sagt Daniel Prause. Die Erfolglosigkeit auf den Regionalliga-Plätzen bildet sich nämlich nicht in der täglichen Arbeit ab: „Wir haben eine Trainingsbeteiligung von hundert Prozent, die Mädels arbeiten hart und sind eine verschworene Truppe.“ Für Daniel Prause ist mit der Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft überhaupt erst die Voraussetzung für das Engagement in Delmenhorst verbunden: „Ich hatte noch nie eine Mannschaft, die so gut zusammenarbeitet – sonst hätte ich längst hingeschmissen.“
 
Aber sicher ist auch: Mit dem vorhandenen Personal wird der Erfolg wohl nicht im notwendigen Maß eintreten. Schließlich hat Daniel Prause den Klassenerhalt noch längst nicht abgeschrieben. „Im neuen Jahr muss es aber Punkte hageln“, sagt der Trainer. Zu diesem Zweck wurden bereits zahlreiche Spielerinnen von einem Wechsel zum TV Jahn überzeugt, rund ein halbes Dutzend Namen sollte die Liste der Winter-Zugänge umfassen. „Wir werden Qualität hinzugewinnen“, sagt Prause. Die neuen Möglichkeiten und die starke Gemeinschaft in Delmenhorst sollen am Ende das fast Unmögliche möglich machen: „Wir hoffen auf die Rückrunde.“

 


(Text: Stefan Freye)
 

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