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Zahlenwerk (3)

Die Freistöße der Regionalliga Nord

(Foto: hansepixx.de)

„Die Ligen“ hat sich längst einen Namen als Dienstleister zur Analyse von Fußballspielen gemacht. Das Unternehmen erhebt dazu zahlreiche Daten, bringt diese in einen Zusammenhang und ordnet sie ein. In regelmäßigen Abständen werden wir hier die Ergebnisse zur Regionalliga Nord veröffentlichen. Diesmal geht’s um die eigenen Freistöße (Stand: 16. Spieltag)
 
Die Situation
 
Die Liga gilt als ziemlich ausgeglichen, das stellte auch der vergangene Spieltag einmal mehr unter Beweis. Wenn aber die Spielklasse und ihre Spiele sich auf einem so engen Niveau befinden, dann gewinnen Standardsituationen noch einmal deutlich an Bedeutung. Und das gilt auch für die Freistöße.
 
Anzahl der Freistöße
 
Zu Stichtag lag der FC St. Pauli II in den absoluten Zahlen ganz weit vorn: Das Nachwuchsteam hatte 85 Freistöße erhalten und damit noch deutlich mehr als Phönix Lübeck (78), Hannover 96 II (68), der TSV Havelse (67) und der VfV Borussia 06 Hildesheim (65). Der Spitzenreiter VfB Lübeck belegte mit 57 Freistößen ebenso einen Mittelfeldplatz wie sein direkter Verfolger SSV Jeddeloh (54). Am Ende des Rankings lag dagegen Holstein Kiel II (44), und auch der Hamburger SV II (49) sowie der Bremer SV (50) kamen nicht allzu oft zu ruhenden Bällen dieser Art.
 
Was diese Statistik nicht bestätigt: Eine weit verbreitete Meinung von der Regionalliga Nord. Denn es heißt ja, die gern als „Männermannschaften“ bezeichneten Teams aus den etablierten Vereinen würden ihren spielerisch oft überlegenen Gegnern aus den Nachwuchsabteilungen der Profiklubs vorzugsweise die Lust am Fußball nehmen. Sie gingen deshalb extra körperbetont zu Werke.
 
Das müsste dann eigentlich auch zu vermehrten Freistößen für die U-Teams führen. Bei St. Pauli und 96 mag das stimmen, die unteren Plätze für Holstein und den HSV sprechen aber gegen diese These, und der SV Werder II ist angesichts von 54 Freistößen lediglich im Mittelfeld angesiedelt. Was die Freistoß-Statistik betrifft, bildet die Gesamtheit der Nachwuchsmannschaften also den Durchschnitt der Liga ab. Eine härtere Gangart der gestandenen Teams gegen diese Gegner lässt sich daraus nicht ableiten.
 
Indirekte Freistöße
 
Wie läuft es bei den Teams, wenn ein ruhender Ball in den Strafraum geschlagen wird? Sehr unterschiedlich, dürfte die Antwort lauten. Denn Teams wie die SpVgg Drochtersen/Assel (4,36), Hannover 96 II (4,5) und Kickers Emden (4,7) benötigten relativ wenig Freistöße, um eine Torchance zu kreieren. Beim BSV Rehden (37) und Holstein Kiel II (41) sah es dagegen anders aus. Erst recht beim Schlusslicht dieses Rankings: Blau-Weiß Lohne benötigte 43 Freistöße für eine Chance. Mit einem Durchschnitt von 6,38 Freistößen pro Torchance belegte der VfB Lübeck dagegen den siebten Platz in dieser Statistik.
 
Dafür dürfte der Spitzenreiter als effektiv gelten, führte im Schnitt doch rund jeder zwölfte indirekte Freistoß zum Torerfolg (12,5). Besser waren nur Kickers Emden (11,75) und Hannover 96 II (9). Weniger erfolgreich traten dagegen der SSV Jeddeloh (47) und der TSV Havelse (57) zum ruhenden Ball an. Aber sie trafen. Dem Aufsteiger Blau-Weiß Lohne, dem BSV Rehden, Teutonia 05 Ottensen, Holstein Kiel II und Atlas Delmenhorst war zum Stichtag noch kein Treffer nach einem indirekten Freistoß gelungen.
 
Direkte Freistöße
 
Die Position ist günstig, der Ball ruht in einer Distanz, die einen Schuss aufs Tor zulässt – in diesem Fall suchen die meisten Freistoßschützen natürlich den direkten Weg zum Erfolg. Aber wie effektiv gelingt den Mannschaften ein Treffer in dieser Situation? Nun, der HSV II darf mit einem Wert von nur 2,5 direkten Freistößen pro Tor als Spitzenreiter in dieser Kategorie gelten. Auch die SpVgg Drochtersen/Assel (5,5) kommt auf einen recht guten Schnitt, ebenso Weiche Flensburg (6). Danach folgen der Bremer SV, der SSV Jeddeloh und der VfB Lübeck (jeweils 7) – wobei der SSV und der VfB auch nur sieben direkte Freistöße verzeichneten, also jeweils einmal erfolgreich waren.
 
Als Schlusslicht des Rankings grüßt der VfV Hildesheim, der lediglich einen seiner 26 direkten Freistöße im Tor unterbringen konnte. Das ist aber immer noch besser als es Blau-Weiß Lohne, BSV Rehden, Kickers Emden, Holstein Kiel II, Atlas Delmenhorst und der TSV Havelse machten – diese Teams hatten zum Stichtag noch keinen direkten Freistoß verwandelt.

 


(Text: Stefan Freye)
 

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