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Zahlenwerk (4)

Die Tore der Regionalliga Nord

(Foto: hansepixx.de)

„Die Ligen“ hat sich längst einen Namen als Dienstleister zur Analyse von Fußballspielen gemacht. Das Unternehmen erhebt dazu zahlreiche Daten, bringt diese in einen Zusammenhang und ordnet sie ein. In regelmäßigen Abständen werden wir hier die Ergebnisse zur Regionalliga Nord veröffentlichen. Diesmal geht’s wieder um Tore und Torchancen (Stand: 20. Spieltag).
 
Die Anzahl der Torchancen
 
Es ist schon etwas überraschend: An der Spitze der Torchancen-Tabelle hat sich in den vergangenen Wochen nichts verändert, selbst die Reihenfolge wurde beibehalten. Nach dem 10. Spieltag (Ende September) hatten Hannover 96 II (100 Torchancen), Phönix Lübeck (95) und Hamburger SV II (92) das Ranking angeführt. Nach der 20. Runde lagen 96 (163), Phönix (161) und der HSV (159) noch immer ganz vorn. Als Vierter reihte sich im VfB Lübeck (154) der souveräne Tabellenführer in die Bestenliste ein. Er hatte im September noch mit 76 Torchancen auf dem siebten Platz gelegen. Der VfB scheint also auch in diesem Ranking auf dem Weg nach oben zu sein: Im Gegensatz zur Konkurrenz vermochten die Lübecker ihre Chancen-Anzahl ja zu verdoppeln. Im Tabellenkeller der Torchancen-Tabelle fanden sich wenig überraschend die Teams aus dem Tabellenkeller der Liga wieder: St. Pauli II (98), der VfV Borussia 06 Hildesheim (94) und Kickers Emden (84) hatten die Schallgrenze von 100 Torchancen noch nicht durchbrochen.
 
Die Effizienz

 
Die Anzahl der Torchancen allein sagt ja relativ wenig über den Erfolg einer Fußballmannschaft aus – sie machen ihn allenfalls wahrscheinlicher. Tatsächlich kommt es aber immer noch darauf an, wie häufig aus einer Torchance auch ein Treffer wird. Es geht also um die Effizienz. Sie gibt einen guten Hinweis auf die Abschlussqualitäten eines Teams. Auf der anderen Seite ist eine effiziente Mannschaft nicht automatisch erfolgreich, und das wird auch in diesem Ranking deutlich. Zwar lag im SSV Jeddeloh ein Spitzenteam in der Effizienz-Wertung ganz oben. Er verwandelte gleich 32 Prozent seiner Chancen, was einem Wert von 3,13 Chancen pro Tor entspricht. Gleich hinter dem SSV folgten allerdings der Tabellenachte Blau-Weiß Lohne (30/3,37) und mit dem VfV Hildesheim (28/3,62) sogar ein Kellerkind. An seinem Beispiel wird deutlich, dass nur eine ordentliche Anzahl von Chancen gepaart mit einer ordentlichen Effizienz den Erfolg einer Mannschaft positiv beeinflussen kann: Der VfV erspielte sich ja lediglich 94 Chancen in seinen 18 Saisonspielen, und so nützt ihm das effiziente Ausnutzen der Möglichkeiten nur wenig. Oder anderes formuliert: Hätte der 16. aus Hildesheim seine Chancen nicht so effektiv in Tore umgewandelt, stünde es noch ein bisschen schlechter um ihn.
 
Die Entstehung

Wie erzielen die Mannschaften ihre Tore? Sind sie besonders spielstark und kreieren die Möglichkeiten nach Kombinationen? Spielen sie auf Konter oder liegen ihre Stärken bei Standards?
 
Spielaufbau


Teutonia Ottensen darf nach wie vor als spielstarke Mannschaft gelten: 72 Prozent aller Tore erzielte der Tabellenelfte nach einem eigenen Spielaufbau. Mit einem Wert von 62 Prozent unterstrich auch der FC St. Pauli II, dass verhältnismäßig viele Treffer in dieser Wertung noch keinen Erfolg garantieren: Die Hamburger belegen nur den vorletzten Tabellenplatz der Liga. Auch der Dritte dieses Ranking, der BSV Rehden (61 Prozent), ist als 15. nicht gerade mit einer guten Platzierung versehen. Aber was sagt es aus, wenn die Topteams im Bereich des Spielaufbaus lediglich der zweiten Tabellenhälfte der Regionalliga Nord angehören? Offenbar nichts, lautet die Antwort. Ganz unten in diesem Ranking liegen in Kickers Emden (25) und dem Bremer SV (16) ja ebenfalls Mannschaften vom Tabellenende.
 
Konter

An die Spitze der Konter-Könige setzte sich zuletzt Blau-Weiß Lohne, das 42 Prozent seiner Treffer nach einem schnellen Umschaltspiel erzielte. Daneben nutzten auch der VfV Hildesheim (38) und der SSV Jeddeloh (37) die Möglichkeiten des Konterspiels verhältnismäßig oft aus. Weniger erfolgreich im schnellen Umschalten waren dagegen Kickers Emden (19), St. Pauli II (17), Weiche Flensburg (14) und Teutonia Ottensen (7). Das passt ja auch ganz gut: Die Teutonia hat sich einen Namen als spielstarke Mannschaft mit vergleichsweise vielen Toren nach eigenem Spielaufbau gemacht. Das Konterspiel zählt dagegen nicht zu den wesentlichen Elementen im Spiel der offenbar mit viel Ballbesitz ausgestatteten Hamburger.
 
Standards

Mit einem Anteil von 19 Prozent lagen Eintracht Norderstedt, Kickers Emden und Atlas Delmenhorst ganz vorn bei den Ecken. Wobei an dieser Stelle klar wird: Die nackten Zahlen allein sagen auch noch nicht alles aus. Schließlich erzielte die Eintracht bereits 35 Tore, und Atlas war 32-mal erfolgreich. Die Kickers kamen dagegen erst auf 16 Treffer. Das Schlusslicht brachte also lediglich drei eigene Eckstöße im gegnerischen Tor unter. Das war aber noch deutlich mehr als das Schlusslicht dieses Rankings zustande brachte: Der FC St. Pauli wartete zum Stichtag noch auf ein Tor nach eigener Ecke.
 
Auf einen Treffer nach indirektem Freistoß warteten gleich vier Teams: Bei Blau-Weiß Lohne, dem BSV Rehden, Teutonia Ottensen und Atlas Delmenhorst führte ein ruhender Ball dieser Art bis zum Stichtag nicht zum Erfolg. Angeführt wird das Ranking dagegen von Kickers Emden, das 25 Prozent aller indirekten Freistöße mit einem Tor krönte. In Treffer umgerechnet heißt das: Das Schlusslicht brachte vier dieser Standards zum Erfolg.
 

 


(Text: Stefan Freye)

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